„Gemeinsam voneinander lernen“: Unsere neuen Skills Labs sind eröffnet

Sie werden schon seit einigen Wochen benutzt, aber trotzdem sollte es noch eine feierliche Eröffnung geben: Denn auf die nagelneuen Skills Labs (Praxisübungsräume) für unsere Auszubildenden, die wir an allen Klinikstandorten eingerichtet haben, sind wir stolz! Anlass war der Start der neuen, generalistischen Pflegeausbildung, in der die Pflege von Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen gelehrt wird.

Die Einrichtung der Übungsräume ist authentisch

Am Standort Westend befindet sich das Skills Lab im modernen Untergeschoss von Haus J, der ehemaligen Strahlentherapie. Zwei Krankenbetten mit einer erwachsenen Pflegepuppe und einer Kinderpuppe, ein Inkubator mit einer Babypuppe, ein Babybettchen und ein Wickeltisch mit einer weiteren Babypuppe wurden angeschafft, aufgebaut und bei der Eröffnungsveranstaltung bestaunt. Pflegedienstleiterin Martina Parow tastet am Handgelenk der erwachsenen Silikonpatientin und tätschelt ihr dann die Schulter: „Guter Puls!“

Die authentische Krankenhaus-Atmosphäre entsteht vor allem durch die Details der Einrichtung, mit denen sich die Zentralen Praxisanleiterinnen große Mühe gegeben haben. Mandelöl für die Babymassage steht bereit und auf dem Nachttisch der „Krebspatientin“ blühen Plastikblumen. Die Frau ist angezogen, zugedeckt und trägt eine dünne Mütze. Neben ihrem Bett steht ein ausrangierter, blau gepolsterter Toilettenstuhl. „Er hat noch keine Rollen wie die modernen Exemplare, aber er ist bequem“, schmunzelt Sofie Müller, Zentrale Praxisanleiterin in Westend.

Die Idee entstand vor einem Jahr

Vor einem Jahr kamen die Zentralen Praxisanleiterinnen unserer Standorte auf die Pflegedienstleitungen zu, mit der Idee, Skills Labs einzurichten. Sie entwickeln sich in der Pflegeausbildung inzwischen zum Standard. Auch vorher wurden bei uns zwar schon Puppen benutzt. Doch die Kinderpuppe bestand nur aus einem Oberkörper und die Babypuppe war ein Modell von Babyborn aus dem Spielzeughandel, das man zwar baden und füttern, an dem man aber keine Nabelversorgung üben konnte. Die neuen Pflegepuppen, die insgesamt eine fünfstellige Summe gekostet haben, sind viel lebensechter und beweglicher.

„Mit diesen Puppen kann man wirklich alles machen: Braunülen und Magensonden legen, Stoma- und Dekubitusversorgung durchführen, intubieren“, erklärt Angelika Näther-Hansel, die ebenfalls Zentrale Praxisanleiterin in Westend ist, und öffnet die Windel der Babypuppe, um staunend die feinen Einzelheiten des kleinen Körpers vorzuführen.

30 Gruppenanleitungen sollen im Rahmen jeder Ausbildung in den Skills Labs stattfinden, je vier zweistündige Sessions am Tag. „Die Schüler freuen sich immer sehr auf die interaktiven Stunden im Lab“, weiß Angelika. „Hier trauen sie sich, Fragen zu stellen, für die im Praxiseinsatz keine Zeit ist. Zum Beispiel: Wie schnell kann ein Schlaganfallpatient essen und schlucken? Wie ist das richtige Tempo, um ihm sein Essen anzureichen?“

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Es gibt viele weitere Ideen und Pläne für die Skills Labs

Über 20 Gäste sind zur Eröffnung des Skills Lab in Westend gekommen, darunter die Kaufmännische Leiterin und zahlreiche Abteilungsleiter*innen. Und sie haben gleich noch mehr gute Ideen: „Könnten wir hier nicht auch die Geräteeinweisungen machen?“

In ihrer Danksagung rekapituliert Pflegedienstleiterin Martina Parow noch einmal den langen Weg zum Skills Lab in Westend: „Die Räumlichkeiten zu finden war schwer, die Anfertigung und Lieferung der Puppen dauerte ein dreiviertel Jahr, die IT musste Kabel verlegen und Monitore anschließen, am Ende blieben nur zehn Tage zum Einrichten.“ Praxisanleiterin Sofie Müller hat sich dabei im hohen Norden inspirieren lassen: „Unser Vorbild waren die Skills Labs in Dänemark, die technisch sogar noch besser ausgestattet sind als in Deutschland. Leider musste unsere geplante Studienreise dorthin wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Aber wir haben viel recherchiert.“

Auch wenn die Skills Labs jetzt schon beeindruckend sind, gibt es weitere Pläne: Es fehlt noch eine Videoanlage, mit der sich Übungssituationen aufzeichnen lassen, um sie hinterher mit den Auszubildenden zu besprechen. Der Nachbarraum soll für Basic Life Support (BLS) Kurse hergerichtet werden, in denen die medizinische Grundversorgung von Opfern lebensbedrohlicher Krankheiten oder Verletzungen geübt wird, die noch nicht im Krankenhaus umfassend medizinisch versorgt werden können. So entsteht im Untergeschoss von Haus J mittelfristig „ein richtiges kleines Trainingszentrum“, freut sich Pflegedienstleiterin Martina Parow.

Auch an den Standorten Mitte und Köpenick gibt es Skills Labs

Unser Skills Lab in Mitte befindet sich im ruhigen 1. OG und ist bisschen kleiner als die anderen. Da es an diesem Standort keine Kinderstation gibt, haben wir uns entschieden, den Übungsraum nur für die Behandlungen erwachsener Patienten einzurichten. Alle drei Standorte sind aber mit denselben Puppen ausgestattet. „Das war uns wichtig, damit die Auszubildenden die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Kenntnisse zu erwerben. Für die Gruppenanleitungen wurde ein neuer standortübergreifender Standard entwickelt“, erzählt die Zentrale Praxisanleiterin Andrea Jahnke.

„Ziel ist es, über Selbsterfahrung zu lernen. Bei der Anleitung können die Azubis das Krankenhaus aus der Perspektive der Patienten erfahren. Sie sollen lernen, wie sich der Patient fühlt, wenn er zum Beispiel auf dem Bett rückwärts geschoben wird. Damit wollen wir zeigen, dass ein menschlicher Umgang und die Interaktion mit dem Patienten wichtig sind. Man muss das Feingefühl auch bei Routinetätigkeiten behalten, daran möchten wir arbeiten.“

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Das neue Skills Lab und seine Ausstattung haben auch in Mitte große Interesse beim Pflegepersonal und unter den Ärzten geweckt. Die Puppe, die sowohl als Mann als auch als Frau eingesetzt werden kann, sieht einem echten Patienten sehr ähnlich. Man kann zum Beispiel ihre Organe mit Flüssigkeiten befüllen oder das Spritzen am Spritzkissen üben.

Die Übungsräume sind aber nicht nur für die Auszubildenden, sondern für alle offen. Nach vorheriger Anmeldung über die Zentrale Praxisanleitung kann jeder den Raum und die Puppe zum Üben benutzen. „Wissensaustausch ist das Wichtigste. Deswegen haben wir uns auch für ein Motto für den Raum entschieden: ‚Gemeinsam voneinander lernen'“, berichtet Kerstin Mäurer, die zweite Zentrale Praxisanleiterin in Mitte.

Text: DRK Kliniken Berlin / Maja Schäfer / Katarzyna Marek-Pokorny

Katarzyna, am 14. September 2020
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