Krankenpflegerin Selda vor der Kamera: Filmaufnahmen für den Springerpool in Köpenick

Heute ist es etwas enger als sonst auf den Fluren der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie in den DRK Kliniken Berlin Köpenick, Station 2B. Grelle Scheinwerfer stehen herum, zwei Videojournalisten hantieren mit einer wuchtigen Fernsehkamera – und mit dem Puderpinsel. Damit mattieren sie die Gesichter der Ärztinnen und Pflegerinnen Kati, Andrea, Christina und das Gesicht der Hauptperson des heutigen Tages: Selda Böhme. Sie wird im neuen Video über ihre Arbeit im Springerpool erzählen.

Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Selda ist 35 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Seit 12 Jahren ist sie insgesamt schon bei den DRK Kliniken Berlin als Pflegekraft tätig, und seit einem halben Jahr im Springerpool: „Es ist super toll, dass ich selber meinen Dienstplan schreiben kann, dass ich flexibel bin“, sagt sie. „Ich kann meiner Verantwortung gegenüber den Kollegen und meiner Verantwortung als Ehefrau und Mama gerecht werden. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist für mich im Moment nur durch den Springerpool möglich.“

Springerpool bedeutet, dass die Mitarbeitenden wie ihre „festen“ Kollegen bei den DRK Kliniken Berlin angestellt sind, aber angeben können, wie viel Prozent sie arbeiten möchten und welche Schichten sie bevorzugt übernehmen können. Sie werden dann entsprechend ihrer Wünsche und Möglichkeiten auf wechselnden Stationen eingeteilt – immer da, wo sie gerade gebraucht werden. Ziel von Pflegedienstleiterin Astrid Weber ist es, die Vorteile dieser Arbeitsform, die in anderen Gesundheitseinrichtungen vor allem Leasingkräfte in Anspruch nehmen, ihren eigenen Mitarbeitenden zugutekommen zu lassen. Auch für die festen Kollegen auf den Stationen ist es angenehmer zu wissen, dass die Springerinnen keine Fremden sind, sondern die DRK Kliniken Berlin gut kennen und mit dem Herzen bei der Arbeit sind – so wie Selda.

Die erste Szene für ihren Film ist schon im Kasten: Kaffeetrinken im Pausenraum. Nun ist die zweite Szene dran: die Visite. Kati, Andrea, Christina und Selda stehen um den Visitenwagen herum und tun eine halbe Stunde lang so, als würden sie über Patienten sprechen, während sie eigentlich darüber reden, was sie zum Frühstück gegessen haben – denn die Tonaufnahmen wurden schon gedreht, jetzt geht es nur noch um die Bilder.

Auf Anweisung des Kameramannes klappen sie Krankenakten auf und zu (Und zwar so, dass im Bild nachher keine Patienteninformationen zu lesen sind, gar nicht so einfach!), zeigen sich gegenseitig etwas auf dem Monitor. Es wird die richtige Position für Selda gesucht und das ist nicht leicht. Sie soll als Filmprotagonistin die meiste Aufmerksamkeit erhalten, aber wenn sie in der Mitte der Gruppe steht, verschwindet sie hinter dem Monitor…

Szene zwei, erster Versuch: Kati soll von außen ins Bild hereinlaufen, auf die drei Kolleginnen am Visitenwagen zu. Szene zwei, zweiter Versuch: Nochmal ins Bild laufen, aber bitte zwischen Christina und Selda landen und dann wieder aus dem Bild laufen, ohne in die Kamera zu schauen. Szene zwei, dritter Versuch: Nochmal ins Bild laufen, aber mit aufrechterer Körperhaltung, damit Kati nicht hinter den anderen verschwindet.

Szene zwei, vierter Versuch: Wieder ins Bild laufen, aber diesmal von links. Szene zwei, fünfter Versuch: Diesmal soll statt Kati die Ärztin ins Bild laufen, den anderen eine Frage stellen und dann wieder weggehen. Unermüdlich wiederholen die vier Frauen die Szene und haben einen Riesenspaß dabei. „Ich finde das lustig“, erzählt Kati, „Ist mal was anderes. Ich habe auch schon bei einem anderen Videodreh und bei einigen Fotoaufnahmen für die DRK Kliniken Berlin mitgemacht.“

Zwischendurch stehen immer wieder Pflegekräfte im Bild, die nichts mit dem Filmdreh zu tun haben, sondern in der Klinik für Unfallchirurgie ihre Arbeit machen: Ist der Aufwachraum frei? Wo ist die Hose des Patienten, der gestern eingeliefert wurde? Aber ansonsten läuft alles nach Plan. „Ich habe es mir schwieriger vorgestellt, einen Film zu drehen“, erzählt Selda. „Und es ist auch gar nicht unangenehm, vor der Kamera zu stehen. Ich fühle mich sehr wohl, besonders weil Kollegen mit dabei sind, die ich alle kenne.“

Schwer fällt es ihr nur, auf Kommando den Anweisungen der Videojournalisten zu folgen. „Ich bin sonst eher ein spontaner Mensch!“ Am meisten freut sich Selda auf die Dreharbeiten auf ihrer Lieblingsstation, der Komfortstation für Privatpatienten. Aber jetzt steht erstmal Szene 3 im Drehplan: ein Verbandswechsel bei einem Patienten der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Er ist vorgewarnt und wartet schon in Zimmer 55.

Text: DRK Kliniken Berlin/Maja Schäfer

Maja_Schaefer, am 02. März 2020
Aktuelles
Artikel teilen:
74