Paul ist ein waschechter Köpenicker. Schon als Kind ist er auf dem Weg zur Schule an den DRK Kliniken Berlin Köpenick vorbeigelaufen und wusste schon damals, dass er mal Lehrer werden möchte. Das man das auch in einer Schule für Pflegeberufe sein kann, hat Paul erst später erfahren. Wie er letztlich zur Pflege kam und warum er unter @paul_drk.bln als Corporate Influencer über seine Arbeit als Berufspädagoge postet, erfahrt ihr im Interview.

Ich habe mich für die Rolle als Corporate Influencer entschieden, da ich für meinen Beruf brenne. Während meinem Freiwilligen Sozialen Jahr habe ich die Pflege kennen und lieben gelernt und mich anschließend bewusst für den pädagogischen Weg entschieden. Das Thema Ausbildung liegt mir total am Herzen. Ich finde, sie verdient deutlich mehr Sichtbarkeit und deshalb möchte ich zeigen, wie moderner Unterricht heute aussieht, mit welchen Methoden wir arbeiten und wie vielseitig die Pflegeausbildung eigentlich ist.
Als Corporate Influencer kann ich meine Medienaffinität zudem sinnvoll einbringen, nicht als Hobby in der Freizeit, sondern eingebettet in meinen beruflichen Alltag. Außerdem habe ich mich bei den DRK Kliniken Berlin immer sehr unterstützt gefühlt.
Mein Engagement hat hier Raum, Ideen wurden gehört und gefördert. Mit der Rolle als Corporate Influencer habe ich das Gefühl, auch etwas zurückgeben zu können. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt, welche Chancen sich noch ergeben und freue mich sehr auf diese Rolle.
Ich habe zum ersten Mal in einer Teamsitzung im biz Bildungszentrum davon gehört und fand die Idee direkt spannend, vor allem, weil ich schon immer ein großes Interesse an Medien hatte. Schon in meiner Jugend habe ich mit Freunden kleinere Videoprojekte umgesetzt und später oft die Medienbegleitung bei Veranstaltungen übernommen.
Zuerst habe ich angenommen, dass Mitarbeitende mit Tätigkeiten auf den Stationen und Funktionsbereichen gesucht werden. Außerdem fiel der Projektstart in meine geplante Elternzeit. Ganz losgelassen hat es mich aber nicht. 😉
Während der Elternzeit waren wir als Familie mit dem Camper in Großbritannien unterwegs. Abends haben meine Frau und ich auf Instagram immer gespannt verfolgt, wie sich das Projekt entwickelt: vom Startevent, über die Veröffentlichung der Profile bis zu den ersten Beiträgen. An meinem ersten Arbeitstag im biz Bildungszentrum habe ich dann direkt das Gespräch mit unserer Schulleiterin Gudrun gesucht. Das Timing war perfekt, da ohnehin der Wunsch bestand, die Arbeit des biz auf Social Media sichtbarer zu machen und dann folgte auch schon das Gespräch mit euch im Recruiting Team.
Ich bin in den DRK Kliniken Berlin Köpenick geboren, in Köpenick aufgewachsen und lebe bis heute hier. Das Klinikgelände lag quasi vor meiner Haustür. Mein Schulweg führte daran vorbei, oft bin ich quer über das Gelände zur Straßenbahn gelaufen und das Krankenhaus war dadurch schon früh ein ganz selbstverständlicher Teil meines Alltags.
Schon während meiner Schulzeit war mir durch die Rückmeldungen meiner Lehrer*innen und Mitschüler*innen klar, dass ich beruflich in Richtung Lehramt gehen möchte. Nach dem Abitur habe ich mich für ein Lehramtsstudium beworben und zunächst ein Wartesemester erhalten. Ein Familienmitglied gab mir den Tipp, mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr / FSJ die Wartezeit zu überbrücken.
Mein Plan waren die Bereiche Hort oder Jugendbetreuung, als Vorbereitung zum Lehramtsstudium. In diesen Bereichen waren alle Plätze vergeben, weshalb ich vom damaligen Träger gefragt wurde, ob ich mir auch die DRK Kliniken Berlin als Einsatzort vorstellen könne. Da mich die Funktionsweise des menschlichen Körpers schon immer fasziniert hat und mir das Krankenhaus bekannt war, habe ich zugesagt. Ganz pragmatisch spielte natürlich auch der kurze Arbeitsweg eine Rolle 😉
Du möchtest gemeinsam mit Paul im biz Bildungszentrum der DRK Schwesternschaft Berlin e.V. arbeiten? Alle Jobangebote findest Du hier!
Die Arbeit im Krankenhaus auf einer gastroenterologischen Station hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Der menschliche Körper als ein Kunstwerk der Biologie hat mich schon immer fasziniert, aber vor allem der soziale Kontakt zu anderen Menschen hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Dieses neu geweckte Interesse für den Pflegebereich stand jedoch entgegen meinem Wunsch Lehramt zu studieren. Was mich am Ende in meinem Entschluss für die Pflegeausbildung bestärkt hat, war ein tolles Gespräch zu den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten mit meiner damaligen Abteilungsleiterin. Dort habe ich zum ersten Mal von der Möglichkeit gehört, Berufspädagogik zu studieren. Perspektivisch hat mich das total bestärkt, da es mit meinem eigentlichen Interesse am Lehramt total zusammengepasst hat.
Im Anschluss an meine Ausbildung habe ich drei Jahre im Hospiz Köpenick gearbeitet. In der Zeit habe ich einen Palliativ Basis Kurs gemacht, meine Weiterbildung zum Praxisanleiter und das Bachelorstudium Berufspädagogik in Kooperation mit den DRK Kliniken Berlin aufgenommen.
Seit Mai 2020 gestalte ich nun als Lehrkraft im Bildungszentrum für Pflegeberufe den theoretischen Unterricht für Pflegefachpersonen, Pflegefachassistent*innen und auch für Operationstechnischen Assistent*innen sowie für den Anpassungslehrgang mit. Aktuell befinde ich mich zudem im Masterstudium Berufspädagogik / Fachwissenschaft Pflege.
Das gesamte Bildungszentrum ist von der Bereitschaft geprägt, zu unterstützen. Neben uns Lehrkräften stehen unseren Auszubildenden auch die Sozialarbeit, die zentrale Praxisanleitung und weitere Unterstützungsangebote zur Verfügung. Jede Frage darf gestellt werden, und bei jedem Anliegen wird versucht, eine Lösung zu finden. Auch die Schulleitungen und die stellvertretende Schulleitung stehen uns immer als Ansprechperson zur Verfügung. Ich habe die Atmosphäre im Bildungszentrum schon während meiner eigenen Ausbildung als sehr familiär erlebt.
Manche meiner heutigen Kolleg*innen waren zu dieser Zeit meine Lehrkräfte. Ich konnte mir bereits direkt nach der Ausbildung eine spätere Beschäftigung im Umfeld des biz Bildungszentrum sehr gut vorstellen.
Gerade zu Beginn finde ich ein gemeinsames Verständnis von der Ausbildung sehr bedeutend. Viele Auszubildende kommen direkt aus der Schule, oft ohne größere Unterbrechung oder berufliche Orientierung. Die Ausgangssituation ist daher eine andere als in der Schule. Deshalb betone ich früh: „Es ist Ihre Ausbildung. Sie haben sich bewusst für diesen Beruf beworben und entschieden, bei uns ausgebildet zu werden. Das, was im Unterricht passiert, ist ein Angebot, das aktiv von Ihnen mitgestaltet werden kann“.
In meinem Unterricht setze ich ganz bewusst auf kooperative Methoden. Lernen gelingt dann besonders gut, wenn es nicht ausschließlich starr im Frontalunterricht verharrt, sondern mit den Auszubildenden gemeinsam gestaltet wird. Die Inhalte bleiben die gleichen, aber die Methodik kann abhängig vom Unterrichtsthema flexibel sein. Oft gibt es einen Moment im Kurs, in dem deutlich wird, dass unser Unterricht kein einseitiger Prozess ist, sondern ein gemeinsames Arbeiten an Themen, an die sich die Auszubildenden binden und entwickeln können.
Insgesamt verstehe ich meine Rolle als Lehrkraft nicht nur als Wissensvermittler, sondern als Begleiter im Lern- und Entwicklungsprozess. Mein Ziel ist es, Fronten gar nicht erst entstehen zu lassen. Das gelingt mir am besten in einem respekt- und vertrauensvollen Unterrichtsklima mit dem Fokus, das bestmögliche Outcome für die Auszubildenden zu erreichen.
Im Kern geht es in der Ausbildung darum, mündige, handlungsfähige Personen auszubilden. Menschen, die ihre berufliche Rolle reflektiert ausfüllen und Verantwortung übernehmen können, sowohl im pflegerischen Alltag sowie als Teil unserer Gesellschaft.
Neben dem Unterricht übernehme ich auch gerne die Kursleitungsfunktion. Mir ist die psychosoziale Begleitung der Auszubildenden sehr wichtig. Es bedeutet mir viel, wenn ich merke, dass Auszubildende wahrnehmen, dass ich ein ehrliches Interesse an ihnen habe, sowohl im Unterricht als auch darüber hinaus.
Ein gutes Gefühl nehme ich vor allem dann mit nach Hause, wenn ich merke, dass meine Auszubildenden die Inhalte nicht nur verstanden haben, sondern auch in der Praxis anwenden können. In Fächern wie Kommunikation, Sozialwissenschaften oder im palliativpflegerischen Kontext zeigt sich der Lernerfolg häufig erst zeitverzögert. Manchmal noch während der Ausbildung, manchmal sogar erst danach.
Toll sind für mich zudem Rückmeldungen aus Praxisbegleitungsgesprächen mit Auszubildenden. Wenn mir jemand erzählt, dass er oder sie eine Kommunikationsmethode aus dem Unterricht zunächst nicht für realistisch gehalten hat, diese dann aber im Praxisalltag angewendet wurde und tatsächlich Wirkung gezeigt hat, ist das ein ganz besonderer Moment. Über genau diese tollen Augenblicke als Berufspädagoge möchte ich auf meinem Account als Corporate Influencer berichten. 😉
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