Neue Kleingruppenanleitung in der neuen Pflegeausbildung: Unsere Zentralen Praxisanleiterinnen stellen sich vor

Eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale der Pflegeausbildung ist eine gute Praxisanleitung. Die DRK Kliniken Berlin setzen zukünftig auf Kleingruppenanleitungen zusätzlich zu den bisherigen Einzelanleitungen. Unsere Zentralen Praxisanleiterinnen, die neben den stationseigenen Praxisanleitern bei uns im Einsatz sind, haben dazu ein Konzept erarbeitet und stellen es euch hier vor. In Videointerviews könnt ihr Sofie, Birgit und Annika aus dem Team kennenlernen.

Warum setzen die DRK Kliniken Berlin zukünftig auf die Kleingruppenanleitung?

Sofie Müller: Wir Zentralen Praxisanleiterinnen betreuen knapp 300 Auszubildende in der Pflege, Pflegehilfe, der Operationstechnischen Assistenz und in den Freiwilligendiensten. Dazu kommen Fachkräfte im Anerkennungsverfahren aus dem Ausland, für die wir nicht hauptsächlich zuständig sind, mit denen wir aber auf den Stationen dennoch zu tun haben. Das sind sehr viele Praxisanleitungen: 250 Stunden pro Azubi über die drei Ausbildungsjahre.

Dann kommen die neuen Regelungen dazu, die mit der neuen Pflegeausbildung zur*zum Pflegefachfrau*mann greifen: So sind 10 Prozent Anleitungszeit pro Praxiseinsatz gesetzlich vorgeschrieben, die auch dokumentiert werden müssen. Wer die Vorgaben nicht erfüllt, dem drohen Geldstrafen und Abzüge in der Refinanzierung der Ausbildung. Beim Landesamt für Gesundheit und Soziales wurde eine Schiedsstelle für Auszubildende eingerichtet.

Durch das neue generalistische Ausbildungskonzept müssen wir sehr viele Themen abdecken. Wir sagen gern: „Von 900 Gramm bis 90 Jahre“ – und darüber hinaus. In den Theorieblöcken der Ausbildung kann nicht mehr jedes Krankheitsbild bis in die Tiefe behandelt werden, und das wollen wir in der Praxis auffangen. All diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass wir unser Praxisanleitungskonzept weiterentwickeln mussten.

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Welche Ziele habt ihr euch für die neue Kleingruppenanleitung gesetzt?

Wir wollen die praktische Ausbildungsqualität in den DRK Kliniken Berlin stärken und an allen Standorten einheitlich durchführen, die theoretischen Ausbildungsinhalte festigen und die gesetzlichen Regelungen erfüllen – trotz der begrenzten Ressourcen. Praxisanleitung bedeutet nicht, dass die Auszubildenden mitlaufen und der Fachkraft über die Schulter schauen. Es bedeutet, dass für alle klar ist, dass zu einem festgelegten Zeitpunkt eine geplante, strukturierte Anleitung stattfindet.

Wir möchten in Zukunft Kleingruppen von bis zu vier Auszubildenden (überwiegend desselben Semesters) gleichzeitig anleiten. Hauptsächlich soll dies in der Zeit zwischen 13 und 15 Uhr passieren, wenn die Hauptarbeit auf den Stationen – jedenfalls bis zum Abendprogramm – erstmal erledigt ist. Über unser Mitarbeiterportal MyIKE können Praxisanleiter auch kurzfristig Anleitungssessions anbieten, wenn sie zum Beispiel sehen, dass das Herzkatheterlabor am kommenden Nachmittag frei ist. Über Push-Nachrichten werden die Auszubildenden über das Angebot informiert und können sich über MyIKE anmelden. Idealerweise beinhaltet die Anleitung eine Übung im nagelneuen Skills Lab (Übungsraum) und anschließend die Durchführung der Pflegemaßnahme am Patienten. Bei Bedarf können Pflegeexperten zu den passenden Themen einbezogen werden.

Wie geht es jetzt mit dem Konzept für die Gruppenanleitung weiter?

Alle 250 Praxisanleiter*innen der DRK Kliniken Berlin werden in 2020 die Fortbildung zum generalistischen Curriculum absolvieren, um so bestmöglich auf die Neuerungen vorbereitet zu sein. Außerdem werden wir die Übungsräume neu ausstatten. Es sind bereits neue Pflegepuppen bestellt und weitere Modernisierungen geplant.

Text: DRK Kliniken Berlin/Maja Schäfer

Maja_Schaefer, am 04. September 2020
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