„Ich bin für die schmutzige Seite des Unternehmens zuständig ;-)“: Heike, Projektleitung Umweltschutz

Plastik-, Papier- und Glasmüll sortieren? Für wen das schon eine Herausforderung ist, der sollte sich mal mit unserer Heike unterhalten! Denn sie kennt 40 unterschiedliche Abfallarten, die wir bei den DRK Kliniken Berlin trennen – immer mit dem Ziel Klimaschutz vor Augen. Heike ist beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement der DRK Kliniken Berlin als Projektleiterin für Umweltschutz sowie als Abfall- und Gefahrstoffbeauftragte beschäftigt. Warum Müll ein superspannendes Thema ist und was sie sich konkret von den Mitarbeitenden der DRK Kliniken Berlin wünscht, könnt ihr hier erfahren…

Seit wann bist Du bei den DRK Kliniken Berlin und was ist Deine Aufgabe?

Ich gehöre quasi zu den Urgesteinen der DRK Kliniken Berlin. Dieses Jahr sind es schon 29 Jahre, das hätte ich nie gedacht! Ich hatte mich als Fachkraft für Arbeitssicherheit beworben und sollte zusätzlich als Abfall- und Gefahrstoffbeauftragte mit einer halben Stelle beschäftigt sein. Da war ich erstmal erschrocken. In der Schule war mir Chemie verhasst und nun sollte ich ausgerechnet mit Chemikalien zu tun haben. Außerdem dachte ich mir: Wie soll man sich Monate oder Jahre mit dem Müll anderer Menschen beschäftigen?

Ich musste hier natürlich keine Formeln lernen, sondern ich berate über den Umgang, die Lagerung und die Entsorgung von Gefahrstoffen. Durch die Erstellung und Pflege eines unternehmensbezogenen Gefahrstoffverzeichnisses bin ich in der Lage, Aussagen über Art und Menge der verwendeten Gefahrstoffe zu treffen. Das ist so vielfältig! Auch das Thema Abfall finde ich unheimlich spannend. In den DRK Kliniken Berlin fallen jährlich über 1.820 Tonnen Abfälle an. Insgesamt werden fast 40 Abfallarten bei uns in den Krankenhäusern getrennt gesammelt und zur Entsorgung oder Verwertung bereitgestellt. Da liegt der Umweltschutz sehr nah.

Es gibt auch eine Umwelt AG – was kann man sich darunter vorstellen?

Wir haben 2019 an dem Projekt KLIK green teilgenommen. Der Hintergrund des Projekts war, dass Krankenhäuser und Reha-Kliniken ressourcenintensive Großverbraucher sind und gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Die Ziele bestanden darin, innerhalb der Projektlaufzeit mindestens 100.000 Tonnen CO2 zu vermeiden. Bundesweit engagierten sich 250 Krankenhäuser und Reha-Kliniken mit über 1.600 Klimaschutzmaßnahmen. Parallel dazu haben sich damals mehrere Menschen zusammengefunden um zu schauen, in wie weit wir als Klinikverbund Ressourcen schonen können. Unter anderem waren die Oberin Doreen Fuhr, Prof. Andreas Sturm, Chefarzt der Gastroenterologie Westend, und Dr. Kerstin Westphalen, Chefärztin der Radiologie Köpenick, mit dabei. Die Gruppe nannte sich Plan A als Pendant zu Plan B – wir wollten nämlich keine Kompromisse…

Dann kam die Pandemie und die Prioritäten verschoben sich, weshalb die Gruppe pausierte. Die Geschäftsführung will sich nun wieder stärker auf das Thema fokussieren. Wir müssen das auch, um als Arbeitgeber in diesem Sektor attraktiv zu sein. Es gibt heute schon Forderungen von neuen Mitarbeitenden, die sich mehr Engagement zum Thema Umweltschutz wünschen. Diese Wünsche nehmen wir ernst. Auch aus diesem Anlass entstand die AG Umwelt. Anders als beim Arbeitsschutz gibt es zum Umweltschutz noch keine starken gesetzlichen Richtlinien, weshalb wir das als Arbeitsgruppe laufen lassen. Derzeit engagieren sich sieben Menschen aus dem Unternehmen und wir hoffen sehr, dass unsere Gruppe noch wächst. Wir freuen uns über alle, die mitarbeiten und Ideen einbringen möchten.

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Aus welchen Bereichen kommen die Mitarbeitenden und mit welchen Ideen?

Derzeit ist zum Beispiel die Hygiene mit involviert, die Technik, eine Mitarbeiterin aus dem Bereich Arbeitssicherheit, eine Person aus unserem Bildungszentrum, von der Wiegmann Klinik aber auch eine Mitarbeitende aus der Pflege. Also ganz bunt gemischt.

Wir haben als erstes geschaut, welche Handlungsfelder überhaupt betroffen sind. Zum Beispiel die Beschaffung, Mobilität, Ernährung, Abfall, Energie und Technik. Dann laden wir uns dazu die Menschen mit der entsprechenden Fachkompetenz ein. Wir hatten letztens Daniel Schmidt, den Bereichsleiter der Medizin- und Informationstechnologie, da und haben festgestellt, dass man bei den Grundeinstellungen des Druckers Tinte sparen kann, und wenn man weniger, aber größere Drucker einsetzt, spart man Energie.

Wurden noch weitere Handlungsfelder besprochen?

Mobilität spielt eine wichtige Rolle: wir animieren zur Nutzung von Fahrrädern und fördern als Unternehmen das Leasing von Rädern und E-Bikes. Zudem haben wir in Absprache mit der Technik externe Lademöglichkeiten für die Akkus von E-Bikes an all unseren Krankenhausstandorten geschaffen. Einer dieser großen silbernen Schränke befindet sich in Westend an der Aue hinter dem Pumpenhäuschen. Unsere Mitarbeitenden können dann über ein Schließfach ihre Akkus laden.

In erster Linie möchten wir Grundlagen schaffen: zum Beispiel als Übergang zur elektronischen Ablage und Aktenführung, weißes Papier gegen Recyclingpapier ersetzen. Wir wollen gemeinsam mit dem Einkauf Lösungen finden, um die Pappen, welche durch die zahlreichen Lieferungen kommen, erheblich zu reduzieren, wir tauschen gerade alle Leuchtstoffröhren gegen LEDs. Dazu erinnern wir immer wieder an die so wichtige Trennung von Müll. Für uns ist es schwierig Ziele zu definieren, da wir beim Start keine konkreten Ausgangswerte erhoben haben, an welchen wir uns nun orientieren. Zudem müssen auch jeden Standort separat betrachten. Oft spielen die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle. Für unsere Einrichtung „Pflege und Wohnen Mariendorf“ haben wir 2021 zum Beispiel ein neues Blockheizkraftwerk mit einer sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung gebaut. Das heißt, wenn Wärme übrig ist, wird diese in Energie umgewandelt.

Wir machen also schon recht viel, müssen nur noch lernen, unsere Fortschritte auch stärker an die Mitarbeitenden zu kommunizieren.

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Gibt es konkrete Wünsche?

Ich wünsche mir, dass die Mitarbeitenden mehr Selbstverantwortung übernehmen in ihren einzelnen Bereichen. Man kann nicht immer alles in die Hände der anderen legen. Und eigentlich sind es Kleinigkeiten und eben auch bekannte Themen wie eben Abfallvermeidung und Abfalltrennung, Energie sparen, mal vegetarisch in der Kantine essen, den Wasserkocher für eine Tasse Tee nicht komplett füllen, bewusst mit Materialien umgehen. Und sich manchmal die Frage stellen, bestelle oder drucke ich das jetzt, weil ich es brauche oder, weil es bequem ist? Das macht für den einzelnen sicher nicht viel aus, aber in Summe stellt es dann eine große Veränderung dar. Zum Glück ist das Bewusstsein der Mitarbeitenden hinsichtlich dessen aber mittlerweile ein anderes als zu Beginn meiner Tätigkeit. Einzig Corona hat das Thema Abfallvermeidung negativ beeinflusst. Es wurden unheimlich viele Einwegprodukte, Desinfektionsmittel und Handschuhe verbraucht. Ich hoffe, dass normalisiert sich langfristig wieder.

Übernimmst Du das für Dich privat?

Ja, na klar! Es gibt im Bekanntenkreis und bei Feiern schon immer ein großes Schmunzeln, wenn ich auf sachgemäße Entsorgung oder Mehrwegverpackungen bestehe. Es kommt aber wirklich aus tiefster Seele, mir ist das Thema Klima- und Umweltschutz einfach wichtig. Auch jetzt nach dieser langen Zeit im Unternehmen mache ich meinen Job noch mit Herzblut und viel Engagement. Ich lerne nach wie vor so viele neue Sachen kennen, das macht richtig Spaß!

Wenn auch Dir Klimaschutz am Herzen liegt und Du Lust hast, Heike und die anderen Mitglieder der Umwelt AG zu unterstützen, melde Dich bei uns und wir stellen gern für Dich den Kontakt her!

Aline Creifelds, am 20. März 2023
Aktionen für Mitarbeitende, Gesundheit
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