„Zur Weihnachtszeit wurde ich mit Plätzchen begrüßt“: Krankenschwester Fatma über die Notfall-Kinderbetreuung

Fast alle Eltern kennen das: Die Mitarbeitenden der Kita streiken oder die Tagesmutter*der Tagesvater meldet sich plötzlich krank. Jetzt wird es „richtig lustig“ – das Rotieren beginnt, damit man die lieben Kleinen möglichst gut betreut weiß. Mitarbeitende der DRK Kliniken Berlin haben es da einfacher! In dienstlichen Notsituationen können sie das kostenlose Angebot „Kidsmobil“ zur flexiblen Kinderbetreuung nutzen. Das hört sich erstmal gut an, doch funktioniert das auch in der Praxis? Fatma ist Krankenschwester in der Notaufnahme der DRK Kliniken Berlin Mitte und hat das Angebot schon mehrfach für sich und ihren Sohn genutzt.

In welcher Situation hast Du auf die Notfallkinderbetreuung zurückgreifen müssen?

Ich bin alleinerziehend und recht spät Mutter geworden, liebe meinen Beruf und möchte ihn auch vollumfänglich ausüben. Wenn ich am Wochenende arbeiten muss oder im Spätdienst eingesetzt bin und meine üblichen Betreuungspersonen wie meine Schwester oder liebe Freunde kurzfristig für die Betreuung meines kleinen Sohnes absagen oder krank sind, nutze ich gern das Angebot von „Kidsmobil“.

Besonders in der Coronazeit kam das wirklich recht häufig vor. Die Kita hatte teilweise spontan geschlossen, weil die Erzieherinnen selbst krank waren, oder ich bin für Kolleg*innen auf der Station eingesprungen. Ohne „Kidsmobil“ wäre das so gar nicht möglich gewesen. Meine Eltern sind selbst schon sehr alt und würden es gar nicht mehr schaffen, mir in solchen Situationen zur Seite zu stehen. Ohne das Betreuungsangebot wäre ich manchmal echt aufgeschmissen.

Wie funktioniert das dann genau?

Ich rufe die Pflegedienstleitung an und sage ihr, dass die Kita beziehungsweise mittlerweile der Hort zu hat und ob sie mir die Betreuungszeit für meinen Sohn über den Betreuungsservice „Kidsmobil“ gewähren würde. Und die Pflegedienstleiterin hat noch nie nein gesagt!

Dann nehme ich Kontakt zu „Kidsmobil“ auf und beschreibe genau, wann ich jemanden für die Betreuung meines Sohnes benötige, wie lang die Wege sind und so weiter. Je länger die Vorlaufzeit bis zu dem geplanten Einsatz ist, umso besser ist es natürlich für die Planung der Betreuungszentrale. Dann vereinbaren wir ein Kennenlerntreffen – meistens einen Tag vor der eigentlichen Betreuung. Für meinen Sohn und auch mich ist es viel entspannter zu wissen, wer da auf ihn aufpassen wird. Aber einmal musste es auch ohne Kennenlernen gehen, weil ich spontan einen Spätdienst übernommen habe. Es wird übrigens auch gefragt, ob man sich eher eine weibliche oder männliche Betreuungsperson wünscht. Bisher haben wir ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht.

Für die Betreuung sind die Mitarbeitenden von „Kidsmobil“ immer zu uns nach Hause gekommen. Sie hätten meinen Sohn aber auch von der Tante oder aus der Kita abgeholt. Das ist beruhigend zu wissen, so bleibt man sehr flexibel und muss sich darüber nicht noch zusätzlich den Kopf zerbrechen. Außerdem sind die Betreuer*innen immer total pünktlich, das ist wirklich toll.

Du bist Krankenpfleger*in und möchtest gemeinsam mit Fatma in der Zentralen Notaufnahme im Multi Kulti-Kiez arbeiten? Dann freuen wir uns sehr auf Deine Bewerbung!

Welche Personen haben Deinen Sohn betreut und wie hat es ihm gefallen?

Ich nutze den Betreuungsservice seitdem mein Sohn vier Jahre alt ist. Mittlerweile geht er in die Schule. Während der Coronazeit hatten wir immer dieselbe Betreuerin, Marion, eine ältere Dame und Erzieherin in Rente. Marion hat immer ganz tolle Dinge mit meinem Sohn gebastelt und er war total begeistert über diese Exklusivzeit. Sie waren auch gemeinsam im Planetarium, im Museum oder im Kino. Das kann man ganz individuell absprechen. Die Betreuenden würden sogar mit dem Kind ins Freibad gehen, wenn man das vereinbart. Einmal kam ich in der Vorweihnachtszeit nach Hause und alles roch nach frisch gebackenen Keksen, eine wunderbare Überraschung!

Nach Corona gab es dann häufigere Wechsel der Betreuenden. Ist ja klar, dass auch bei Erzieher*innen die Pandemie und der Fachkräftemangel nicht spurlos vorübergehen. Trotzdem hat alles immer gut geklappt. Es kamen häufig Student*innen und sogar eine ukrainische Kinderärztin, die sich in Weiterbildung befand und sich so etwas dazu verdienen wollte. Alle waren sehr liebevoll zu meinem Sohn und hatten einen pädagogischen Hintergrund. Das ist mir wichtig, dann ist das Gefühl einfach besser.

Mein Sohn liebt die Abwechslung und die Zeit mit den Betreuer*innen, die wirklich nur ihm gehört. Er ist immer sehr ausgeglichen, wenn ich dann nach Hause komme. Das ist somit auch eine unheimlich große Entlastung für mich, weshalb ich das Angebot wirklich gern nutze.

An unserem kleinsten Standort in der Drontheimer Straße kennt jeder jeden und man läuft nicht so viele Kilometer von A nach B. Klingt gut? Dann bewirb Dich hier!

Erzähl uns doch abschließend, seit wann Du bei den DRK Kliniken Berlin bist und welche Aufgaben Du hier übernimmst…

Ich bin ein sogenanntes Urgestein – arbeite mittlerweile seit fast 35 Jahren bei den DRK Kliniken Berlin und bin auch Mitglied in der DRK-Schwesternschaft Berlin. Nach meinem Examen 1990 war ich die jüngste Rotkreuzschwester im Unternehmen und habe auf der damaligen Pulmologie angefangen. Die Patient*innen lagen teilweise sechs Monate bei uns und haben auf Spenderorgane gewartet. Es gab weder Handy, noch PC, das ist heute kaum noch vorstellbar!

Dann war ich zehn Jahre auf der Männerchirurgie, dann auf der Anästhesie und nun schon eine sehr lange Zeit in der Notaufnahme. Da ich eine Rotkreuzschwester bin, habe ich viele Vorteile. Ich konnte einige Weiterbildungen machen, zum Beispiel als Praxisanleiterin, und ich war zu meinem zehnjährigen und zu meinem 20-jährigen Jubiläum gemeinsam mit der Oberin bei dem Bundeskongress des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V.. Das war beeindruckend.

Ich mag an meinem Standort Mitte das familiäre Umfeld, hier kennt mich jeder! Ich habe einen super Draht zur Pflegdienstleitung, da wir früher in einem Team gearbeitet haben und ich schätze die Abwechslung und die bunte Mischung der Patient*innen. Ich habe selbst einen Migrationshintergrund. Ich bin hier geboren, aber meine Eltern stammen aus der Türkei. Das war schon häufiger recht nützlich. Besonders zu Coronazeiten, wo keine Angehörigen mit zu den Patient*innen durften, habe ich viel übersetzt.

Ich habe mir während meiner Zeit als Krankenschwester auch mal andere Kliniken angesehen, bei Kursen oder Weiterbildungen. Hier bei den DRK Kliniken Berlin gefällt es mir aber einfach noch immer am besten!

Aline Creifelds, am 19. Dezember 2022
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