„Mit gutem Essen kann man Menschen leicht eine Freude machen“: Manuela, Diätassistentin

Manuela ist gelernte Diätassistentin und schon seit 38 Jahren bei den DRK Kliniken Berlin beschäftigt. Früher, als die Küche noch nicht an externe Caterer ausgelagert war, musste sie selber Fleisch und Pilze einkaufen gehen, bevor sie für die Patient*innen kochte! Inzwischen ist sie „die gute Seele“ in den Wohnbereichen unserer Pflegeeinrichtung „Pflege und Wohnen Mariendorf“. Dort bekocht sie die Bewohner*innen mit selbstgemachten Leckereien, erfüllt Wünsche und sorgt liebevoll dafür, dass die anderen nicht merken, wenn jemand nicht mehr weiß, wie man mit einem Messer umgeht.

Wie bist Du zu uns gekommen?

Angefangen habe ich vor 38 Jahren bei den DRK Kliniken Berlin Mitte in der Drontheimer Straße, damals hieß es noch DRK Krankenhaus Mark Brandenburg. Ich habe den Beruf Diätassistentin gelernt und war dort in der Küche und parallel auf den Stationen beschäftigt. Meine Aufgabe war es, die Patient*innen zu verschiedenen Ernährungsanpassungen zu beraten und für sie zu kochen. Ich habe mich nach ihren Bedürfnissen gerichtet – für manche musste es sehr kalorienreich sein und für andere leichte Kost, immer abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild. Ich bin damals sogar selbst die Zutaten für die Gerichte einkaufen gegangen! Ob Steaks mit Pfifferlingen oder auch mal selbstgemachte Pommes – ich habe die Wünsche meiner Patient*innen immer gern erfüllt.

Dann wurden die Küchen ausgelagert und von Caterern geführt. Es wurde nicht mehr in den DRK Kliniken Berlin Mitte sondern am Standort Westend gekocht und die anderen Standorte wurden von dort aus beliefert. Das nannte sich „Cook and Chill-Prinzip“. Man kocht das Essen vor und kühlt es anschließend runter. Ich bin lange zwischen Mitte und Westend gependelt, bis die Küche in Mitte geschlossen wurde. Aus den Räumlichkeiten wurde die Chirurgie 😉 Schließlich bin ich Ende 2005 in unsere Pflegeeinrichtung „Pflege und Wohnen Mariendorf“ gewechselt.

Was ist dort Deine Aufgabe?

Ich biete kulinarische Ergänzungen zur normalen Vollversorgung der Bewohner*innen an. Bei uns werden die regulären Mahlzeiten auch im Haus gekocht. Das ist uns wichtig, um eine gute Qualität zu gewährleisten. Meine Arbeit als Diätassistentin ist aber von den Aufgaben der Küche abgekoppelt. Ich bin hauptsächlich auf den Wohnbereichen unterwegs. Das ist etwas ganz Besonderes, das wir unseren Bewohner*innen damit anbieten. Es gibt nicht viele Häuser, die das machen, da man sich das als Pflegeeinrichtung auch leisten wollen muss. Ich backe hier für unsere Bewohner*innen, bereite ihnen ein besonderes Frühstück zu oder sorge auch mal für spezielle Getränke, die nicht alltäglich gereicht werden.

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Was gefällt Dir an Deinem Job besonders gut?

Die Menschen! Früher kamen die Pflegedienstleitungen sogar noch zu uns in die Küche, da fand immer ein reger Austausch statt. Das ist heute kaum noch möglich, weil sich viele Strukturen verändert haben. Ich finde es aber nach wie vor wichtig, sich einzubringen und miteinander zu sprechen. Wie wohl man sich in einem Unternehmen fühlt, liegt oft an einem selber.

Und ich habe schon immer gern Kontakt zu Menschen gehabt. Erst zu den Patient*innen auf den Stationen und nun hier zu unseren Bewohner*innen. Mit gutem Essen kann man die meisten Menschen schnell begeistern. Viele Bewohner*innen freuen sich unheimlich über meine Gerichte. Sie erinnern sie an schöne Zeiten – oft an die Kindheit – und geben ihnen ein wohliges Gefühl. Das geht ja fast allen Menschen so. Warum gehen die meisten als Erwachsene noch gern zu Mutti? Na, weil es dort so gut schmeckt!

Das stimmt 😉

Unsere Bewohner*innen denken durch meine Arbeit an Zeiten zurück, in denen sie teilweise selbst noch gekocht und gebacken haben. Sie erkennen Rezepte oder Zutaten am Geschmack oder Geruch wieder und merken sogar, ob ich etwas anders zubereite, als sie es gewohnt waren. Und egal, ob einige sehr alt und teilweise dement sind, an diese Dinge erinnern sie sich ganz genau! Das ist unheimlich schön zu erleben.

Ich bringe „meine“ Bewohner*innen auch nie in unangenehme Situationen – ich schneide das Essen einfach für alle klein, dann merkt niemand, wem es schwerfällt, mit dem Messer umzugehen. Die meisten würden nie zugeben, dass sie nicht mehr die Kraft haben, das Besteck zu halten, oder einfach nicht mehr wissen, was man damit machen soll. Ihnen diese Würde zu bewahren, ist mir sehr wichtig.

Werden auch spezielle Wünsche geäußert?

Auf diesem Weg sind wir tatsächlich gerade. Es sind immerhin 140 Bewohner*innen bei uns im Haus, von denen ich die meisten kenne bzw. noch besser kennenlernen möchte. Es gibt auf Grund des Alters unserer Bewohner*innen natürlich auch eine gewisse Fluktuation, was das Ganze nicht immer einfacher macht. Aber spätestens zur Sommerzeit werde ich wieder die Getränkewünsche erfragen oder die Bewohner*innen bitten, mir ihre Frühstücksideen zu nennen, und bereite dann gern statt einem Spiegelei etwas Süßes zu.

Aber auch da muss ich schauen, ein Bewohner liebt zum Beispiel pikante Speisen. Da kommt dann schon mal: „Mensch Mädel, geh weg mit Deinen süßen Sachen, Du weißt doch, wir Männer essen lieber Speck und Rührei, aber keinen Süßkram wie Eierkuchen!“

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Also gibt es Vorlieben…

Ja, auf jeden Fall! Unsere Damen begeistern sich für süße Leckereien. Da gibt es gewiss auch Ausnahmen, aber in der Regel kann man schon sagen, Süßes für die Damen und Deftiges für die Herren.

Wir haben aber auch Bewohner*innen, die auf Grund ihrer Erkrankung auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten müssen. Eine Patientin, die im Übrigen auch lange, lange Jahre als Rotkreuzschwester bei den DRK Kliniken Berlin gearbeitet hat, muss natrium- und kaliumarm essen – da muss ich die Kartoffeln einweichen oder auf Eier, Salz und Gewürze verzichten. Da kommt mir oft meine Erfahrung als Diätassistentin zu Gute. Ich werde auch teilweise zur Beratung hinzugezogen, wenn Bewohner*innen zunehmen sollen, mit welchen Speisen oder Zutaten man die Hauptmahlzeiten ergänzen kann.

Die Bewohner*innen bringen aber auch eigene Ideen ein. Sie geben mir Rezepte aus früheren Zeiten, richtige Familienschätze, die ich dann in den kleinen Küchen auf den Stationen backe. Dann zieht ein köstlicher Duft durch die Station und lockt die Bewohner*innen an 😉 Sie kommen dann, schauen mir zu und wir kommen ins Gespräch. Für viele sind diese kleinen Erlebnisse das Highlight des Tages und vermitteln eine gewisse Routine. Da ich auch oft auf individuelle Wünsche oder Vorlieben eingehe, freuen sich die Bewohner*innen immer sehr, wenn ich vorbeikomme.

Verrätst Du uns zum Schluss noch, wie Du Deine Freizeit verbringst?

Also mein schönster Ausgleich ist tatsächlich das Gärtnern. Ich habe einen kleinen Schrebergarten, den ich mit viel Hingabe hege und pflege, das erfüllt mich wirklich. Aber ich fahre auch sehr gern in den Urlaub. Überall wo es warm ist und ich die Sonne genießen kann. Wobei, zuletzt war ich in Dänemark und habe mir dort den Wind um die Nase wehen lassen. Das war auch toll!

Aline Creifelds, am 05. Juni 2023
Geriatrie | Altenpflege, Mariendorf
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