„Ich möchte Menschen für den Pflegeberuf begeistern“: Lara, Pflegefachfrau und Corporate Influencerin

Lara hat im letzten Jahr ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau am biz Bildungszentrum der DRK Schwesternschaft Berlin erfolgreich abgeschlossen und arbeitet jetzt auf der neurologischen Station 6B der DRK Kliniken Berlin Köpenick. Schon früh war für sie klar, dass sie einen Beruf mit Nähe, Verantwortung und direktem Kontakt zu Menschen ergreifen möchte. Als unsere neue Corporate Influencerin ist Lara ab sofort unter @lara_drk.bln auf Instagram unterwegs.

Wie bist Du Corporate Influencerin bei den DRK Kliniken Berlin geworden?

Meine Abteilungsleitung kam auf mich zu und meinte, dass sich das Recruiting Team bei mir melden würde. Ich hatte ja auch im Rahmen der Schulstation bei einem Videodreh mitgemacht. Über Marc, mit dem ich im selben Ausbildungskurs war, hatte ich das Projekt schon ein bisschen verfolgt und gesehen, welche Resonanz es bekommt. Da habe ich mir schon gedacht wie toll es ist, dass dadurch wirklich Menschen motivieren werden können, in dieses Berufsfeld zu gehen. Als ich dann angefragt wurde, war ich zuerst etwas skeptisch, weil das natürlich auch mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist und man sich selbst und seinen Arbeitsalltag der Welt zeigt. Aber meine Station hat mich dabei total bestärkt. Alle haben mir zugesprochen und mir versichert, dass ich die volle Unterstützung bekomme. Auch meine Kolleg*innen haben sich bereit erklärt, bei Videos mitmachen oder mich mit Content-Ideen unterstützen.

Ich sehe das ganze Projekt auch nach dem Motto learning by doing und bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln wird. Wenn es am Ende dazu führt, dass Menschen meine Beiträge sehen und denken: „Das sieht da echt nett aus, da könnte ich mir vorstellen zu arbeiten“, dann habe ich für mich schon viel erreicht. Mein Ziel ist es, als Corporate Influencerin Menschen für die Pflege und für die Arbeit in den DRK Kliniken Berlin zu begeistern, egal ob sie noch auf Ausbildungssuche sind, Berufsanfänger*innen oder einen Jobwechsel planen.

Warum hast Du Dich für die Pflege entschieden?

Nach dem Abitur war für mich relativ klar, dass ich etwas im medizinischen Bereich machen möchte. In meiner Familie arbeiten viele in diesem Umfeld. Meine Mama in einer Zahnarztpraxis, mein Vater ist Pflegekraft in einem Pflegeheim und meine Tante arbeitet bei uns im Unternehmen im Qualitätsmanagement. Ich wusste schon immer, dass ich gern mit Menschen arbeite, viel rede und anderen helfen möchte. Ich habe etwas gesucht, das aktiv, abwechslungsreich und spannend ist. Früher wollte ich Tierärztin werden, später habe ich auch über ein Medizinstudium nachgedacht. Der Arztberuf war mir dann aber zu distanziert. Ich bin jemand, der gern Nähe zulässt, auch mal eine Hand hält oder jemanden tröstet. Das gibt mir selbst viel zurück.

Meine Tante hat mich dann gefragt, ob ich nicht ein Praktikum in der Pflege machen möchte. Das braucht man ja auch als Vorbereitung für die Ausbildung. Dieses Praktikum habe ich auf der Station 2B der DRK Kliniken Berlin Köpenick gemacht, damals noch eine chirurgische Station. Da habe ich ziemlich schnell gemerkt: Das ist genau mein Ding und mir war klar, dass ich die Ausbildung zur Pflegefachfrau machen möchte.

Wie war für Dich Dein Ausbildungsstart?

Am Anfang fand ich es ehrlich gesagt etwas schwierig. In der Schule war man immer mit Gleichaltrigen zusammen, viele kannte man schon jahrelang. Im biz Bildungszentrum war die Gruppe dann viel gemischter. Unterschiedliche Altersgruppen, verschiedene berufliche Hintergründe, manche hatten Kinder, andere hatten schon studiert. Und ich selbst kam gerade frisch aus dem Abiturstress. Aber es hat dann doch ziemlich schnell gut funktioniert. Man hat Freundschaften geschlossen und gemeinsam auf dasselbe Ziel hingearbeitet. Das war ein großer Unterschied zur Schulzeit, wo nach dem Abi alle in unterschiedliche Richtungen gegangen sind. In der Ausbildung hatten wir alle ein gemeinsames Ziel und wollten anschließend im selben Berufsfeld arbeiten.

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Praxiseinsatz erinnern?

Mein erster Einsatz war auf der Kardiologie, Station 8B. Am Anfang gab es eine Einführungswoche und die war für mich sehr wichtig. Man wird eine Woche lang von einer Person begleitet, die kurz vor dem Examen steht und lernt dabei die Abläufe kennen. Das hat mir viel Angst genommen, weil ich großen Respekt vor dem ersten richtigen Einsatz hatte. Im Praktikum durfte man ja noch nicht so viel selbst machen, man ist eher mitgelaufen und hat zugeschaut. Als Auszubildende geht man aber richtig in die Pflege rein. Gerade das Thema Nähe und Distanz fiel mir am Anfang schwer. Was nehme ich mit nach Hause und was nicht? Ich hatte ehrlich gesagt auch gedacht, dass ich mehr mit Scham- oder Ekelgefühlen zu kämpfen haben würde. Aber mir ist schnell aufgefallen, dass ich es mir in meinem Kopf viel schlimmer vorgestellt hatte, als es in der Realität war. In der Pflegesituation selbst konnte ich das gut voneinander trennen. Ich war mir meiner Rolle bewusst und persönliche Empfindungen sind dabei automatisch ganz nach hinten gerutscht. Generell war der erste Praxiseinsatz super. Ich wurde viel mitgenommen und durfte das machen, was ich mir selbst schon zugetraut habe.

Dann stand Dein Examen vor der Tür…

Ja, da war ich wirklich sehr aufgeregt. Vor dem Examen war ich eine Weile nicht mehr im Krankenhaus eingesetzt, weil viele Außeneinsätze anstehen, zum Beispiel im Pflegeheim oder in der ambulanten Pflege. Auch die Schulstation, die nochmal vorbereitend im letzten Semester stattfindet, hat für unseren Kurs im Pflege und Wohnen Mariendorf stattgefunden. Dort waren wir einen Monat für einen ganzen Wohnbereich zuständig, natürlich mit Unterstützung des Stammpersonals. Da fühlt man sich erst mal schon ein bisschen raus aus dem Klinikalltag.

Auch habe ich einen hohen Anspruch an mich selbst und wollte das Examen wirklich gut machen. Als ich dann wusste, dass ich auf der Station 6B auch nach der Ausbildung bleiben kann, war das natürlich ein zusätzlicher Ansporn, der aber auch mit Druck verbunden war. Meine Station hat mich allerdings dabei unglaublich gut aufgefangen. Sie haben mich immer wieder beruhigt und gesagt: „Du machst das jeden Tag, das Examen entspricht absolut Deinem Kenntnisstand. Warum sollte es nicht klappen?“
Das hat mich natürlich nochmal total motiviert und ich habe wirklich gemerkt, wie viel Glück ich mit meinem Team habe.

Als ich das Examen dann bestanden hatte, war ich wirklich sehr froh und auch stolz auf mich. Besonders schön war, dass unsere stellvertretende Abteilungsleitung extra zu meiner Examensfeier gekommen ist, um mich im Namen der Station zu unterstützen. Das war für mich wirklich ein toller Start. Es war auch schön, gemeinsam mit den anderen Auszubildenden und unserer Kursleitung die letzten drei Jahre Revue passieren zu lassen und diesen Abschnitt zusammen abzuschließen.

Was würdest Du Personen raten, die eine Ausbildung in der Pflege machen möchten?

Man sollte dem Ganzen offen gegenüberstehen. Alle, die heute in der Pflege arbeiten, haben auch irgendwann mal angefangen. Manchmal wirken Kolleg*innen vielleicht etwas streng, einfach weil sie sehr eingebunden sind und der Arbeitsalltag auch stressig sein kann. Wenn man offen und zugewandt ist und ehrlich kommuniziert, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, habe ich es noch nie erlebt, dass jemand nicht helfen wollte. Wichtig ist, mit Lust an die Sache heranzugehen und sich darüber zu freuen, etwas Neues lernen zu dürfen. Auch schwierige Erfahrungen haben einen Mehrwert. Man kann immer etwas daraus mitnehmen und beim nächsten Mal anders oder besser machen. Ich als Berufsanfängerin frage zum Beispiel sehr viel nach und werde eng begleitet. Natürlich bin ich mir in manchen Dingen noch unsicher, aber es ist wirklich ein learning by doing. Ich habe eine tolle Station, die sich sehr viel Mühe gibt, mich auch in herausfordernden Situationen gut zu begleiten.

Laila Sengpiel, am 05. Februar 2026
Allgemein, Recruiting
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