„Krankenhaus ist genauso cool wie Skateboarding!“: Eröffnung der neuen Bowl Area in der Skatehalle Berlin

Am Samstag, den 7. Mai, hat die Skatehalle Berlin ihre neue Bowl Area eröffnet, die mit Unterstützung der Firma VANS und der DRK Kliniken Berlin im Rekordtempo von drei Monaten fertiggestellt wurde. Oberin Doreen Fuhr und Geschäftsführer Dr. Christian Friese ließen es sich nicht nehmen, persönlich die beeindruckende grüne „Schüssel“ zu bestaunen, das rote Band durchzuschneiden und Olympionikin Lilly Stoephasius beim allerersten „Drop In“ in den neuen Bowl anzufeuern.

Die ersten Meter auf dem Board

Wer an diesem sonnigen Samstagmorgen auf das Gelände der Skatehalle Berlin kommt, sieht gleich, dass Skateboarding ein sehr soziales und verbindendes Element hat. Mütter sitzen mit einem Kaffee unter den Sonnenschirmen auf dem Außengelände, während schon kleine Steppkes im Miniparcours ihre ersten Meter auf dem Board rollen. In der großen Halle läuft ein Workshop mit etwas älteren Kindern – sie üben mit Helm und Knieschonern ausgestattet, sich im Fahren zu bücken und unter einem Tisch hindurch zu skaten.

Doch wer sich genau umschaut, sieht, dass auch die Profis und Stars der Szene an diesem besonderen Samstag schon früh aufgestanden sind. Der eine hat sich gleich mehrere Skateboards zu einem kunstvollen Gebilde auf den Rücken geschnallt, andere können es nicht erwarten, bis der offizielle Teil endlich vorbei ist und der Wettkampf im Bowl startet. Olympionikin Lilly Stoephasius wartet in Begleitung ihres Vaters auf den großen Moment.

Von rutschigen Rampen und Kommunikation zwischen Fremden

Mitarbeiter Gregory Zirngibl von der Skatehalle Berlin gibt den interessierten Skate-Laien unter den Besuchern einige Insights: Bei einem neuen Bowl wie diesem haben die Profis das Problem, dass er noch zu glatt ist und keinen richtigen „Grip“ hat. Dadurch ist es noch sehr rutschig und die Kunststücke werden schwerer auszuführen. Der Bowl muss also vor dem Contest am Nachmittag gut eingefahren werden!

Das spezielle Layout mit einem rechten Winkel beziehungsweise einer um die Ecke gebauten Schüssel ermögliche es, ein hohes Tempo aufzubauen. Andererseits seien lange Strecken im Inneren des Bowl zurückzulegen, für die sich die Wettkampfteilnehmer Tricks an den so genannten „Center Obstacles“ einfallen lassen müssten, um die Juroren zu beeindrucken. Und das, ohne das Tempo zu verlieren, das für die Sprünge am oberen Rand notwendig ist.

Gregory freut sich sehr auf den Skater-Austausch zwischen New York und Berlin, den die Firma VANS fördern will. „Steck zwei fremde Menschen und ein Skateboard zusammen – und es entsteht sofort Kommunikation und ein Miteinander!“

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Schwitzen auf den letzten Metern

Um 10.30 Uhr dürfen die Eröffnungsgäste durch einen Tunnel unter dem Holzgerüst der neuen Bowl Area hindurch in den Vorraum der Halle treten. Ein Film im Fast-Forward-Modus zeigt die Bauarbeiten vom Abriss des 18 Jahre alten Vorgänger-Bowl über die Reparaturen am Dach bis hin zur Montage des Holzgerüstes und der vielen Schichten, die notwendig sind, um lange und gut auf der Anlage fahren zu können. 200 Platten wurden insgesamt verbaut und das geplante Budget nicht überschritten. Auf den letzten Metern kamen die Organisatoren noch ins Schwitzen, weil der Container mit der obersten, mintgrünen Schicht zwischen Amerika und Schweden Verspätung bekam. Erst zwei Tage vor der Eröffnung war schließlich alles fertig!

Geschäftsführer Joest Schmidt erzählt, dass die Skatehalle Berlin vom Breitensport bis zum Spitzensport allen Interessent:innen eine Heimat bieten möchte. Kultur-, Kunst- und Integrationsprojekte für Geflüchtete oder Mädchen in einem vermeintlichen „Jungssport“ sind auch geplant und werden schon durchgeführt. Und eben Wettkämpfe auf Topniveau wie heute Nachmittag!

Eröffnungsworte von unserer Oberin und unserem Geschäftsführer

Oberin Doreen Fuhr betont: „Die Skatehalle Berlin und die DRK-Schwesternschaft Berlin sind beide freigemeinnützig und wir teilen auch dadurch gemeinsame Werte. Auch die Frauen- und Mädchenförderung in der Skatehalle Berlin passt zu dem, was wir machen, ist doch die DRK-Schwesternschaft Berlin ein Frauennetzwerk mit mehr als 1.000 Rotkreuzschwestern.“

Geschäftsführer Dr. Christian Friese weist darauf hin, dass Krankenhaus genauso cool sei wie Skateboarding: Je komplizierter die Operation, desto ruhiger und konzentrierter die Ärzt:innen und Pfleger:innen! „Wir finden uns als DRK Kliniken Berlin in dem, was die Skatehalle Berlin so besonders macht, wieder und möchten uns vor allem in die Jugendarbeit einbringen. Vielleicht können wir den einen oder die andere überzeugen, sich beruflich in Richtung Krankenhaus zu entwickeln.“ Im Notfall, fügt Dr. Friese augenzwinkernd hinzu, böten die DRK Kliniken Berlin in ihren Abteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie auch Behandlungsmöglichkeiten bei Skate-Unfällen, doch man hoffe, dass davon wenig Gebrauch gemacht werden müsse.

Den Dialog zwischen den gesellschaftlichen Schichten fördern

Und wie finden es nun die Skater, dass ihr Sport mit Olympia, organisierten Kinderkursen und einem Sponsor wie den DRK Kliniken Berlin so langsam im Mainstream angekommen ist? Wir fragen stellvertretend Christopher Kadetzki, der gelernter Maler und Lackierer ist und den Umbau der Bowl Area in faszinierenden Ölgemälden festgehalten hat (Instagram: @kadetzki_painting): „Ich finde es gut und wichtig, dass die Skater-Szene in der Stadt und in der Gesellschaft sichtbarer wird. Früher kamen, wenn wir geskatet sind, oft die Nachbarn und beschwerten sich, dass wir zu laut seien und woanders hingehen sollen. Heute eilt dann sofort ein anderer Nachbar herbei und ergreift Partei für uns, weil seine Kinder auch skaten.“

Bald hat Christopher eine Ausstellung in Kopenhagen. Für Geld und Ruhm malt er allerdings nicht. „Ich möchte die Subkultur dokumentieren und den Dialog zwischen den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten fördern. Wenn ich am U-Bahnhof Kottbusser Tor male, kommen immer viele Menschen zu mir und öffnen sich.“ Wir entdecken hier noch eine Gemeinsamkeit zwischen den Mitarbeitenden der DRK Kliniken Berlin und den sympathischen Skater:innen: Ihre vielseitigen Interessen, versteckten Talente und ihr Engagement für eine bessere Welt. Da tickt Christopher eigentlich genauso wie unsere Gesundheits- und Krankenpflegerin, Westernreiterin und Sängerin Ute, die selbstverständlich auch bei der Eröffnung in der Skatehalle Berlin vorbeischaut.

Text: DRK Kliniken Berlin / Maja Roedenbeck Schäfer

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Maja_Schaefer, am 09. Mai 2022
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