So funktioniert unser Bewerber Speeddating in den DRK Kliniken Berlin Köpenick

Es ist 14 Uhr 30 an einem Mittwochnachmittag, noch ist es still in der dritten Etage von Haus 5.3 der DRK Kliniken Berlin Köpenick. Pflegedienstleiterin Astrid Weber geht noch einmal mit wachem Blick durch die Gänge, zupft einen Teppichläufer gerade, zeichnet einen Pfeil auf ein Wegweiserschild und sammelt ein paar vertrocknete Blätter im Aufzug auf, die vom Herbst übrig geblieben sind. Alles soll perfekt sein, wenn in einer halben Stunde Pflegekräfte zum Bewerber Speeddating kommen. Bereits zum vierten Mal setzt das Krankenhaus diese Methode ein, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Um 15 Uhr 11 biegt die erste Bewerberin um die Ecke

Punkt 15 Uhr kommen die Abteilungsleiterinnen, so heißen hier die Stationsleiterinnen, und versammeln sich zum Foto für die Facebook-Ankündigung der Veranstaltung. Und um 15 Uhr 11 ist es dann soweit, die erste Bewerberin biegt um die Ecke! Es ist Manuela, 53 Jahre alt. „Ich gehe schon lange mit dem Gedanken schwanger, den Arbeitgeber zu wechseln, weil meine Situation im Seniorenheim etwas festgefahren ist“, erzählt sie. „Mein Mann hat im Internet recherchiert und ist auf die Ankündigung zum Bewerber Speeddating aufmerksam geworden.“ Manuela kennt die DRK Kliniken Berlin Köpenick, ihre Eltern haben schon öfter hier gelegen und vor allem hat sie hier vor 35 Jahren, in den 80ern, ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin gemacht. Und wie es der Zufall will, steht jetzt unerwartet ihre damalige Ausbildungskollegin Katrin vor ihr – sie ist hier inzwischen Abteilungsleiterin! Doch bevor die beiden plauschen können, geht’s erstmal zum Bewerber Speeddating in den extra hergerichteten Sitzungsraum mit vier Interviewtischen, Gummibärchen, Pfefferminzbonbons und wechselnden Bildern aus dem Stationsalltag auf dem Beamer.

Um 15 Uhr 22 kommt die junge Melina mit ihrer Mutter. Sie möchte Pflegefachkraft werden. Pflegedienstleiterin Astrid Weber übernimmt die Begrüßung und vermittelt die beiden dann weiter an eine Ansprechpartnerin vom Bildungszentrum für Pflegeberufe der DRK-Schwesternschaft Berlin. Doch bevor das Vorstellungsgespräch beginnt, kommt es auch hier zu einem überraschenden Wiedersehen: Abteilungsleiterin Kerstin Görlitz ist die Nachbarin von Melinas Familie und berichtet kurz das Neueste von ihrer schwangeren Tochter. Fast fühlt sich das Bewerber Speeddating inzwischen wie ein Kiezfest an! Und für Melina verläuft es erfolgreich, sie macht einen Termin für ein Vorpraktikum und für ein Vorstellungsgespräch im Bildungszentrum für die Ausbildung aus. Ihre Bewerbungsunterlagen hatte sie heute noch nicht dabei, aber das ist kein Problem. Die kann sie per E-Mail nachreichen.

Kurzentschlossen oder wohlüberlegt?

Um 15 Uhr 28 schlendern zwei Freundinnen mittleren Alters herbei. Es sind Paulena, 59, und Sabine, 50, die im Berliner Abendblatt vom Bewerber Speeddating gelesen haben und beide in Köpenick wohnen. Sabine führt vor, wie das Abendblatt in ihrem Briefkasten gelegen hat: So gefaltet, dass die Anzeige der DRK Kliniken Berlin Köpenick gleich oben drauf zu sehen war. Das konnte sie gar nicht übersehen! Sabine verschwindet mit Pflegedienstleiterin Astrid Weber und einer Kollegin aus der Personalabteilung in einem kleinen Sitzungsraum, um gleich übers Eingemachte zu sprechen: Gehalt, Urlaubstage & Co. Nach einer halben Stunde geht die Tür wieder auf und Sabine erzählt, dass sie schon lange regelmäßig ins Karriereportal der DRK Kliniken Berlin schaut. Sie sei aber kein spontaner Mensch und darum wolle sie als nächstes zum Probearbeiten kommen. Das Wichtigste für sie ist, dass sie ihre Schichten mit den Bedürfnissen ihrer pflegebedürftigen Mutter vereinbaren kann. „Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber habe ich eine Leitungsfunktion und schreibe selber die Dienstpläne“, erzählt die 50-Jährige. „Und eigentlich bin ich in der Altenpflege mit dem Herzen dabei. Aber andere Kollegen von mir sind auch schon in die DRK Kliniken Berlin gewechselt.“ Der neue Springerpool in Köpenick kommt für sie durchaus infrage.

Sabines Freundin Paulena ist eigentlich gar nicht unzufrieden bei ihrem bisherigen Arbeitgeber, doch sie ist seit vielen Jahren Pflegehelferin und möchte nun gegen Ende ihrer beruflichen Laufbahn lieber noch einige Jahre in der Hauswirtschaft arbeiten. Ihr Speeddating dauert nur 15 Minuten, dann hat sie alle Informationen, die sie braucht, beisammen. „Ich finde, alle Pflegeeinrichtungen sollten so etwas anbieten“, sagt sie. „Das ist doch super! Man kann gucken, reden, es ist nicht so steif, man muss sich nicht gleich entscheiden.“ Sie will jetzt erst zu Hause das Infomaterial durchlesen, das sie bekommen hat, genau schauen, was zu ihren Aufgaben gehören würde und ihren Mann davon überzeugen, dass Spätschichten ihr Leben nicht allzu sehr durcheinander bringen würden. Bisher hat sie nämlich nur Frühschichten gemacht.

Jeder in seinem Tempo

Am längsten war Manuela hier – Bewerber Speeddating bedeutet nämlich nicht, dass alles hektisch zugeht. Jeder bekommt so viel Zeit wie er braucht. Nach gut einer Stunde verabschiedet sich die 53-Jährige gut gelaunt. „Ich habe gar nicht erwartet, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen!“, staunt sie. „Ich dachte, mich empfängt vielleicht eine Person und dann schickt man mich alleine auf die Station. Stattdessen wurde ich von der Pflegedienstleiterin höchstpersönlich begrüßt, von einer Abteilungsleiterin herumgeführt.“ Die 53-Jährige interessiert sich für die Arbeit auf der Geriatrie oder in der Tagesklinik. Gegen 16 Uhr hat Pflegedienstleiterin Astrid Weber damit nun schon vier potentielle neue Mitarbeiterinnen an der Angel – und das Bewerber Speeddating läuft noch zwei weitere Stunden. „Jetzt haben die Leute bald Feierabend“, freut sich Weber. „Da machen sich erfahrungsgemäß noch einige auf den Weg zu uns“.

Text: DRK Kliniken Berlin/Maja Schäfer

Maja_Schaefer, am 22. Januar 2020
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