„Wir sind einfach überall im Unternehmen unterwegs“: Kai, Stellvertretender Werkstattleiter in Westend

Malermeister Kai wäre fast Ausbilder in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) geworden. Das Bewerbungsverfahren lief bereits, doch dann kam das Angebot der DRK Kliniken Berlin. Was ihn bis heute an seinem Arbeitsplatz im Krankenhaus am Standort Westend reizt und warum er hier schnell viel Verantwortung übernommen hat, erzählt er im Interview.

Wie bist Du zu den DRK Kliniken Berlin gekommen?

Eigentlich ganz unspektakulär. Ich habe damals nach einer handwerklichen Stelle gesucht und bin online auf die Ausschreibung als Maler im Bereich der Haushandwerker*innen gestoßen. Ich habe mich beworben und wurde schon einen Tag später zum ersten Gespräch eingeladen. Mich hat die Stelle total angesprochen. Bis zur endgültigen Zusage hat es dann etwas gedauert, da viele Bewerber*innen den Job wollten.

Parallel hatte ich mich als Ausbilder für den Malerberuf in einer JVA beworben und war dort schon sehr weit im Bewerbungsprozess. Als gelernter Malermeister darf ich auch ausbilden. Dann kam jedoch die Rückmeldung der Fachabteilung Immobilien der DRK Kliniken Berlin, sonst hätte ich wahrscheinlich für die JVA zugesagt. Das zweite Bewerbungsgespräch hat mir auch diese Mal wieder sehr gut gefallen und ich wusste dann schnell, dass ich das Angebot annehme. Das mein neuer Arbeitsplatz ein Krankenhaus wurde, war wirklich reiner Zufall. Ich wollte einfach weiterhin im Handwerk arbeiten. Rückblickend kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war.

Bei uns bist Du schnell zum Stellvertretenden Werkstattleiter aufgestiegen. Wie kam das?

Als ich hier als Haushandwerker gestartet bin, waren mein Kollege Sven und ich die einzigen Maler im Team. Nach etwa einem halben Jahr habe ich die Möglichkeit erhalten, zusätzlich die Fachbereichskoordination der Bereiche Malerei, Tischlerei und Schlosserei zu übernehmen. Und schon wenige Monate später wurde ich sogar Stellvertretender Werkstattleiter. Der damalige technische Leiter für den Standort Westend hat mich bei meiner beruflichen Weiterentwicklung sehr unterstützt und gefördert. Und es gehörte auch ein bisschen Glück dazu. 😉

Beschreibe doch mal einen typischen Arbeitsalltag…

Mein Arbeitstag bei den DRK Kliniken Berlin beginnt um sieben Uhr. Zuerst spreche ich mit unserem Dispatcher Marcel und schaue, welche Aufträge anstehen und ob alle Kolleg*innen da sind. In der Werkstatt treffen wir uns dann zur Tagesbesprechung. Wir arbeiten hier sehr modern. Alle im Team haben ein Smartphone gestellt bekommen, in die unsere Aufträge digital einlaufen und anschließend an die zuständigen Kolleg*innen verteilt werden.

Ich selbst bin inzwischen viel organisatorisch unterwegs. Ich koordiniere interne Arbeiten, begleite Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen, führe Abnahmen durch, prüfe Rechnungen und spreche mich mit den jeweiligen Fachabteilungen zu neuen Projekten ab. Wenn wir Leistungen nicht selbst abdecken können, beauftrage ich externe Firmen und kontrolliere die Ausführung.

Was gefällt Dir besonders an Deinem Job?

Ein Krankenhaus ist eine ganz eigene Welt. Man bekommt Einblicke in Fachbereiche, die man sonst nie sehen würde. Über OP Säle, zu den Laboren, den Bereich der Pathologie oder auch in sensible Bereiche wie die Kinder- und Jugendpsychiatrie oder die Psychosomatik. Als Haushandwerker*in sind wir einfach in allen Bereichen unterwegs. Das macht unsere Arbeit hier so spannend und abwechslungsreich. Wir sind hauptsächlich am Standort Westend im Einsatz und trotzdem wird es bei uns nie langweilig, da jeden Tag etwas Neues passiert.

Gibt es bestimmte Maßnahmen die ihr einhalten müsst?

Ja klar, in einem Krankenhaus gelten ganz bestimmte Regeln. Neben Bauvorschriften spielen die Hygiene, der Brandschutz und die Sicherheit unserer Patient*innen eine große Rolle. Das ist oft viel komplexer als auf einer normalen Baustelle. Ich war vorher ausschließlich als Maler auf klassischen Baustellen tätig und hatte eher immer die gleichen Abläufe. Durch die verschiedenen Einblicke in diverse Themenbereiche lerne ich noch immer dazu und freue mich, meine Kompetenzen hier erweitern zu können.

Für mich sind vor allem die Rahmenbedingungen und die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens wichtige Punkte. Früher war ich als Meister ständig unterwegs, stand auf dem Weg von einer Baustelle zur nächsten oft im Stau. Das hat mich irgendwann genervt. Hier habe ich im einen festen Arbeitsort, geregelte Arbeitszeiten und sogar Rüstzeiten. Nach der Arbeit stehen uns hier bei Bedarf Duschen zur Verfügung und wir können uns vor und nach der Arbeit direkt vor Ort umziehen. Sowas kannte ich von vorherigen Arbeitgebern gar nicht.

Wer gehört zu Deinem Handwerksteam?

Zu unserem Team gehören ganz verschiedene Berufsgruppen wie Maler*innen, Schlosser*innen, Elektriker*innen, Tischler*innen und Sanitärinstallateure. Morgens treffen wir uns alle gemeinsam in der Werkstatt, frühstücken zusammen und besprechen den Tag. Danach geht jeder seinen individuellen Aufgaben nach aber wir bleiben im Austausch mit den anderen Kolleg*innen. Die Stimmung ist bei uns sehr kollegial und wir helfen uns gegenseitig. Dazu gehört auch unsere Weihnachtsfeier, die wir jedes Jahr gemeinsam organisieren. Letztes Jahr waren wir alle zusammen bowlen und anschließend essen. Besonders schön war, dass auch Kollegen, die schon in Rente gegangen sind, mit dabei waren.

Gibt es neue Projekte, die dieses Jahr anstehen?

Geplant ist, dass wir künftig die Berufe Maler*in, Elektroniker*in und Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik selbst auszubilden wollen. Nachwuchs ist total wichtig, gerade auch im Hinblick darauf, dass in den nächsten Jahren einige Kolleg*innen in den Ruhestand gehen. Ich freue mich darauf, diesen Weg mitzugestalten. Gerade weil ich finde, dass die DRK Kliniken Berlin alles für eine wirklich spannende Ausbildungsstätte im Handwerksbereich mitbringen. Ich habe damals ganz bewusst meinen Meister gemacht, weil ich ausbilden wollte. Ich arbeite gern mit jungen Menschen und möchte mein Wissen weitergeben. Als ich 2006 meine Ausbildung begonnen habe, war der Ton noch deutlich rauer. Heute ist das zum Glück nicht mehr so und ich möchte auch Dinge bei meinen zukünftigen Auszubildenden anders machen.

Wie schaltest Du nach einem langen Arbeitstag ab?

Da mein Beruf auch manchmal stressige Phasen beinhaltet, versuche ich mich in meiner Freizeit eher zu entspannen. Als Ausgleich treibe ich auch viel Sport und gehe so oft wie möglich ins Fitnessstudio. Das hilft mir am besten, um den Kopf freizubekommen und am nächsten Morgen wieder fit in den Tag zu starten.

Du bist Handwerker*in und möchtest bei uns im Krankenhaus arbeiten? Dann bewirb Dich gleich jetzt auf eine der freien Stellen!

Laila Sengpiel, am 10. März 2026
Handwerk, Westend
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