Was bedeutet Henriette ihre Geige?

Das Interesse für Musik und ihr Talent zum Geigespielen wurden Ergotherapeutin Henriette aus Köpenick in die Wiege gelegt. Zum Fotoshooting für unsere Arbeitgeberkampagne „Du bedeutest uns was – So wie Du bist“ durfte ihre Geige, die sie schon fast ihr ganzes Leben begleitet und ein Familienerbstück ist, nicht fehlen! Warum Musik sie bis heute begleitet und die Ergotherapie ihr Herz höherschlagen lässt, erzählt Henriette im Interview.

Wie bist Du zum Geigespielen gekommen?

Meine ersten Berührungspunkte mit der Geige hatte ich vor allem durch meine große Schwester. Sie ist drei Jahre älter als ich und hat damals als Kind angefangen, Geige zu spielen. Ich war selbst erst drei oder vier Jahre alt und durfte ihre Geige einmal ausprobieren. Das hat mich sofort fasziniert und ich wollte dann unbedingt auch eine eigene Geige haben.

Ein bis zwei Jahre später war es dann so weit. Ich bekam meine erste Geige und seitdem begleitet mich das Instrument durchs Leben. Besonders wertvoll ist für mich, dass meine Geige von meinem Urgroßonkel stammt und somit ein Familienerbstück ist. Auch mein Opa war sehr musikalisch und hat unter anderem Akkordeon und Klavier gespielt. Dadurch haben die Geige und die Musik generell auch einen emotionalen Wert für mich. Meine Lieblingsstücke sind von Johann Pachelbel. Meine Geige wird wohl immer ein Teil meines Lebens bleiben, da sie sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten an meiner Seite war.

Gab es auch mal den Gedanken, die Musik zum Beruf zu machen?

Ja, tatsächlich habe ich bis zum Fachabitur sehr intensiv Geige gespielt, unter anderem auch im Schulorchester. Danach kam mir die Idee, Musik zu studieren und beruflich Geige zu spielen. Allerdings gab es zu der Zeit nur wenige, teure private Universitäten mit einem strengen Auswahlverfahren, die eine Spezialisierung auf das Geigenspiel angeboten haben. Daher habe ich meine Pläne umgeworfen und wollte dann Hebamme werden. Aber auch das hat nicht geklappt, da ich für die Ausbildung zu jung war. Meine Mama hat mir dann den Beruf der Ergotherapeutin vorgeschlagen.

Anfangs hatte ich gar keine Ahnung, was Ergotherapie ist, und keinen Bezug zu dem Beruf. Aber je mehr ich mich mit ihm beschäftigte, desto spannender fand ich ihn. Deswegen habe ich die Ausbildung begonnen und die Entscheidung nie bereut. Ich glaube sogar, dass mir die Ergotherapie vorherbestimmt war. Viele sagen mir, dass meine Augen richtig anfangen zu leuchten, wenn ich über meinen Beruf spreche. Die Freude und Leidenschaft, die ich früher beim Geigespielen gespürt habe, empfinde ich heute in meinem Beruf.

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Was begeistert Dich an der Ergotherapie?

Die unglaubliche Vielfalt die der Beruf mit sich bringt. Man kann mit Kindern in der Pädiatrie arbeiten, in der Neurologie, im orthopädischen Bereich, im psychiatrischen Setting, in der Geriatrie oder auch mit Menschen mit Behinderung. Kein Bereich ist wie der andere und genau das macht den Beruf so abwechslungsreich.

Nach meiner Ausbildung habe ich 14 Jahre lang in einer Praxis gearbeitet und dort verschiedenste Bereiche kennengelernt. Seit 2023 bin ich nun in der Geriatrie der DRK Kliniken Berlin Köpenick im Einsatz und für mich war das definitiv die richtige Entscheidung.

Die Abläufe im Krankenhaus sind anders als in einer Praxis…

Ja genau, ich habe hier deutlich bessere Rahmenbedingungen und viel weniger Zeitdruck als früher. Ich habe einen geregelten Arbeitstag und meine Aufgaben, die ich erledigen muss. Hinsichtlich der Therapieplanung und wie ich mit Patientinnen vorgehe, habe ich jedoch sehr viel Gestaltungsfreiraum. Vor allem habe ich aber auch die Zeit, wirklich individuell auf die Menschen einzugehen. Das schätze ich hier im geriatrischen Bereich besonders. All meine Patientinnen bringen andere Wünsche, Ziele und Lebensgeschichten mit. Mir ist es wichtig, gut zuzuhören und mit ihnen gemeinsam zu überlegen, was für sie persönlich in der Therapie sinnvoll ist. Besonders schön finde ich die große Dankbarkeit, die ich oft zurückbekomme.

Worauf können sich zukünftige Kolleg*innen bei euch freuen?

Ich mag mein Team unheimlich gern! In der Geriatrie arbeitet man mit sehr verschiedenen Berufsgruppen wie Physiotherapeut*innen, Ärzt*innen oder Pflegekräften zusammen. Wir unterstützen uns alle gegenseitig und auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Ob gemeinsames Mittagessen, ein Teamevent oder einfach der Austausch zwischendurch – wir verbringen gerne Zeit zusammen und schätzen das harmonische Miteinander im Arbeitsalltag.

Zu besonderen Anlässen, wie Weihnachten, kommt meine Geige auch mal mit auf die Arbeit. Dann wird gemeinsam mit den Patient*innen Weihnachtslieder gesungen und ich begleite sie auf der Geige. Solche Momente machen den Arbeitsalltag besonders und sorgen für viele schöne Erinnerungen.

Aline Creifelds, am 09. Juli 2026
Kampagne, Köpenick, Therapie
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