Wer hat Rabia den Arztkoffer geschenkt?

Schon als Kind war Rabia an der Seite ihrer Mutter in Patientenzimmern unterwegs. Immer mit dabei: ein kleiner Kinder-Arztkoffer! In dem Koffer stecken neben Spielzeuginstrumenten auch jede Menge Kindheitserinnerungen. Ganz klar, dass er zum Fotoshooting unserer Arbeitgeberkampagne mitmusste. Wie es dazu kam, dass Rabia letztlich Altenpflegefachperson geworden ist, erzählt sie Dir im Interview.

Warum ist Dir der kleine Kinder-Arztkoffer so wichtig?

Ich habe diesen Koffer als Kind von meiner Mama geschenkt bekommen. Sie ist mein persönliches Vorbild, weil sie eine unfassbar starke Frau voller Fürsorge und Empathie war. 1963 kam sie als Gastarbeiterin nach Deutschland und arbeitete hier selbst als Pflegefachfrau in einem Altenpflegeheim. Da sie alleinerziehend war, hat sie mich des Öfteren mit zur Arbeit genommen. Dort bin ich dann mit meiner Mama und meinem kleinen Arztkoffer, den sie mir geschenkt hat, durch die Zimmer der Bewohner*innen gegangen.

Für mich war das als Kind ein Spiel und großes Abenteuer, aber ich habe dort meine ersten Eindrücke von der Arbeit in der Pflege gesammelt. Ich denke oft und gern an diese Zeit zurück. Meine Mama ist leider vor zwei Jahren verstorben, daher bedeutet mir mein Arztkoffer unglaublich viel, und er erinnert mich daran, was sie mir vorgelebt hat. Da ich selbst drei Kinder habe, möchte ich ihnen die gleichen Werte wie Liebe, Fürsorge und Empathie weitergeben, die ich von meiner Mama erfahren habe.

Dann war Dir also schon klar, dass Du Pflegefachkraft werden willst…

Ehrlich gesagt war es gar nicht mein Plan, so intensiv in die Pflege zu gehen. Ich hatte immer viel Respekt vor dem Beruf, da die Arbeit mit kranken oder alten Menschen sehr sensibel und emotional sein kann. Mein Einstieg in die Pflegewelt war über eine Beschäftigung in der Hauswirtschaft. Da ging es eher um die Unterstützung im Alltag und die soziale Betreuung, aber weniger um Tätigkeiten im pflegerischen oder medizinischen Bereich.

Ganz natürlich habe ich dann aber nach und nach pflegerische Aufgaben übernommen und dabei gespürt, wie wertvoll meine Arbeit ist und wie viel sie mir persönlich zurückgibt. Gerade bei sensiblen Themen wie der körperlichen Grundversorgung bringen die Menschen einem viel Vertrauen und Dankbarkeit entgegen. Situationen, die sonst als selbstverständlich im Alltag angesehen werden, stellen für Patient*innen oft eine große Hürde dar. Genau in diesen Momenten habe ich gemerkt, dass ich mit meiner Arbeit wirklich etwas bewirken und aus diesem positiven Gefühl sogar Stärke für mich schöpfen kann.

Wenn Du gemeinsam mit Rabia in unserer DRK Pflegeeinrichtung „Pflege und Wohnen Mariendorf“ arbeitet möchtest, findest Du hier alle freien Stellen!

Wie ging es für Dich beruflich nach dieser Erkenntnis weiter?

Da ich professioneller und intensiver in der Pflege arbeiten wollte, habe ich einen Lehrgang zur Pflegehelferin gemacht. Anschließend habe ich im ambulanten Bereich gearbeitet, aber schnell bemerkt, dass ich zu wenig Zeit für meine Patient*innen zur Verfügung hatte. Mir ist es wichtig, für die Menschen, die ich betreue, wirklich da zu sein. Also entschied ich mich, die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft bei den DRK Kliniken Berlin Mariendorf zu absolvieren. Ich gehöre zum letzten Jahrgang, der noch die alte Ausbildung gemacht hat, bevor die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau an den Start ging.

Du bist auch Praxisanleiterin…

Ja, genau, ich habe meine Weiterbildung zur Praxisanleiterin bei uns an der Weiterbildungsakademie der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. dieses Jahr im März erfolgreich abgeschlossen. Heute kann ich mit meinem Wissen nicht nur unsere Patient*innen, sondern auch unsere Auszubildenden unterstützen. Damit möchte ich unseren aktuellen und zukünftigen Auszubildenden die Angst vor dem Beruf nehmen und zeigen, wie wertvoll, spannend und abwechslungsreich die Arbeit in der Pflege ist.

Und wenn ich heute meinen Arztkoffer sehe, finde ich es immer wieder erstaunlich, wie aus einem anfänglichen Spiel, in dem ich die Arbeit meiner Mama imitiert habe, meine eigene Berufung geworden ist!

Aline Creifelds, am 28. August 2026
Geriatrie | Altenpflege, Kampagne, Mariendorf, Rotkreuzschwestern
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