Was Social Media, Graffiti und Skatboards mit dem Freiwilligendienst im Krankenhaus zu tun haben: 80 FSJler*innen gestartet

Seit diesem Jahr ist die DRK-Schwesternschaft Berlin erstmals FSJ-Träger. Das heißt, wir betreuen unsere Freiwilligendienstleistenden komplett selbst und bekommen sie nicht mehr von anderen Trägern vermittelt. Das ist zum einen sehr spannend aber manchmal auch herausfordernd, da alles ganz neu ist! Zum Beispiel die ersten fünf der insgesamt 25 Bildungstage, mit denen wir gerade in das neue FSJ-Jahr gestartet sind.

Damit der Einstieg auch möglichst positiv verläuft haben unsere drei FSJ-Referentinnen Pia, Fenja und Veronika (unten in Bild zwei) ein buntes Programm für die rund 80 Freiwilligendienstleistenden auf die Beine gestellt.

Alle startklar?

Los ging es am Freitag im Hörsaal der DRK Kliniken Berlin Westend mit einer offiziellen Begrüßung durch unsere Oberin Doreen Fuhr und die Geschäftsführung. Nach allerlei Organisatorischem (wo sind die Toiletten, wo darf man rauchen und gibt es ein Azubi-Ticket für FSJler*innen) gab es Kennenlernspiele und viel Zeit, um Fragen, Wünsche oder Sorgen und Befürchtungen zu äußern.

Zum gemeinsamen Mittagessen ging es für alle ins Casino. Gar nicht so einfach umzusetzen bei über 80 Personen. Am Ende waren aber alle satt und fit für den zweiten Teil des Tages. Das Wetter war bombastisch und die jungen Leute konnten sich viel auf unserer schönen, grünen Aue aufhalten. Insgesamt war es toll zu sehen, wie offen und zugewandt alle untereinander waren! Es herrschte eine ausgelassene Atmosphäre und Stimmung, die bis zum Schluss anhielt.

Der darauffolgende Montag startete in unserem Bildungszentrum (biz) mit verschiedenen Workshops. Sensible Themen und Fragen wie: „Was mache ich, wenn sich ein*e Patient*in aus Scham nicht waschen lassen möchte? Wie verhalte ich mich in für mich unangenehmen Situationen?“ wurden mit den Freiwilligen besprochen und diskutiert. Außerdem haben die Praxisanleiter*innen Hygieneregeln, die in unseren Krankenhäusern gelten, für alle erläutert.

Du interessierst Dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den DRK Kliniken Berlin? Hier findest Du alle Infos und auch den Link zum Bewerbungsformular!

Recruiting, Social Media und eine Influencerin…

Am Dienstag standen die Themen Recruiting und Social Media auf der Tagesordnung. Da wir von der Abteilung Strategisches Recruitment die Social Media Kanäle der DRK Kliniken Berlin betreuen, lag es auf der Hand, dass wir diesen Part übernehmen. Es gab Antworten darauf, warum wir unsere Bewerbenden duzen, oder darauf, was ein Instagram-Takeover ist und warum es sich lohnt, uns bei der Werbung neuer Mitarbeitender zu unterstützen. Dass viele unserer Ideen, zum Beispiel der Signature Drink, der Image Song „We Care for you“, die Werbung auf Pizza Kartons und Brötchentüten von Mitarbeitenden stammen, fanden die FSJler*innen besonders spannend. Wer weiß, vielleicht kommt die nächste Idee aus ihren Reihen?

Da auch unsere FSJler*innen Zeit haben sollten, sich kennenzulernen, hatten wir uns ein Speeddating mit vorgegebenen Fragen wie zum Beispiel: „Wer bist Du? Was ist Dein Lieblingsemoji? Was würdest Du mit 10.000 Euro machen? Was bringt Dich zum Lächeln?“ ausgedacht. Hier die Antworten:

  • Helena zum Beispiel mag am liebsten den Totenkopf-Emoji 💀 und den lustig winkenden Smiley 🤗. Sie hat sich bei den DRK Kliniken beworben, weil sie unbedingt Hebamme werden möchte. Das FSJ dient ihr als erster Einstieg ins Unternehmen. Hätte sie viel Geld, würde sie es investieren.
  • Leonie arbeitet ehrenamtlich bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und bildet unter anderem sogar Rettungsschwimmer*innen aus. Sie liebt den Kuss-Emoji 😘, weil sie diesen immer von ihrem Freund geschickt bekommt. Wenn sie viel Geld hätte, würde sie die Schwimmhalle in ihrem Ort sanieren lassen. Nach dem FSJ möchte sie eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin bei den DRK Kliniken Berlin machen.
  • Karl und Malte machen das FSJ, um anschließend Medizin studieren zu können und würden beide 10.000 Euro investieren. Karls Lieblingsemoji ist der lachende Smiley 😃.
  • Lieselotte wollte unbedingt ins Hospiz. Sie hat einen Bericht über die Hospizarbeit gesehen und seither diesen Wunsch. Dort erfährt man viel Wertschätzung für seine Arbeit. Am meisten nutzt sie den „Daumen nach oben“ 👍.
  • Nicole war als Patientin bei uns in der Rettungsstelle. Sie hat dort ein Werbeplakat gesehen und beschlossen, genau hier ihr FSJ zu absolvieren.
  • Fabi ist 16 Jahre alt und fährt super gern Motorrad. Genau dafür würde er auch 10.000 €uro nutzen. Nach seinem FSJ möchte er eine Ausbildung im medizinischen Bereich machen – welche genau weiß er noch nicht. Vielleicht findet er die Antwort während des FSJ.

Nach der Mittagspause berichtete Pflege-Influencerin Jenny Kuhnert unter anderem über die Vor- und Nachteile ihres Bloggeralltags und warum es wichtig ist, sich zu engagieren. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin ist Mutter eines kleinen Sohnes und ist Fachkrankenschwester für Intensivmedizin. Ihren Job als Pflege-Influencerin und ihre Vorbildfunktion nimmt Jenny ernst, sie möchte dazu beitragen, die Situation für Pflegekräfte verändern und ist davon überzeugt: „Gute Pflege geht uns alle an!“ Zu Jenny, die auch unter dem Namen „Halbtagsheldin“ bekannt ist, haben wir hier im Karriereblog ein Extra-Interview veröffentlicht. Lest euch das auch mal durch!

Auf geht´s, ab geht´s

Halbzeit für die erste Woche. Aufgeteilt in drei Gruppen haben wir als nächstes Berlin unsicher gemacht! Konkret ging es für die „Köpenicker“ zusammen mit FSJ Referentin Veronika zu einer teambildenden Maßnahme und zum Klettern in den Kletterwald Wuhlheide. Als erstes standen Vertrauensbildende Maßnahmen auf dem Programm, anschließend ging es in die Baumwipfel. Auf Höhenangst wurde aber Rücksicht genommen 😉

Die Gruppe „Mitte & Mariendorf“ zog los, um richtig kreativ zu sein. Unter Anleitung eines professionellen Graffitikünstlers haben sich die jungen Leute erst verschiedene Werke angesehen und besprochen. Beim anschließenden Workshop durften die FSJler*innen selbst Hand anlegen und es entstand ein megatolles Kunstwerk, was sich doch sehen lassen kann (siehe Foto in der Galerie)!

Für alle FSJler*innen der DRK Kliniken Berlin Westend ging es zusammen mit Pia zum Skaten. Da wir Kooperationspartner der Skatehalle Berlin sind, lag ein Besuch auf der Hand. Geduldig erklärte unser ehemaliger Krankenpfleger Alex, der inzwischen in der Skatehalle arbeitet, den FSJler*innen die ersten Basics. Wie steht man richtig auf einem Skateboard? Worauf muss man beim Fahren achten? Und, ganz wichtig: Wie verhält man sich eigentlich beim Hinfallen, damit man sich nicht verletzt? Gesagt, getan! Am Ende des Kurses konnten alle allein auf den Boards fahren, einige erwiesen sich dabei als echte Naturtalente.

Von TikTok und Projektarbeit

Am Donnerstag stand das Thema Projektarbeit und Social Media auf dem Programm. Alle FSJler*innen sollen während ihres Einsatzjahres ein selbst gewähltes Projekt bearbeiten. Emily zum Beispiel nähte während ihres FSJ Puppen für Kinder auf der Intensivstation. Wir wollten wissen, ob sich einige der neuen Freiwilligen vorstellen könnten, einen TikTok Kanal für die DRK Kliniken Berlin zu starten?

Unsere FSJler*innen haben wir anschließend per Losverfahren in zehn verschiedene Gruppen mit Namen wie „die Spritzen“, „die Pflaster“, „Patientenakte“ usw. eingeteilt. Anfangs gab es ein kurzes Murren, da nach den vier gemeinsamen Tagen schon erste Grüppchen entstanden waren. Letztlich waren aber alle dafür offen, auch die anderen FSJler*innen kennenzulernen.

Als Aufgabe galt es, ein Konzept für eine Content-Serie für den Social Media-Kanal TikTok zu erstellen. Das Ergebnis in Form eines kurzen Videos haben die Gruppen dann am Ende allen anderen FSJler*innen präsentiert. Dafür musste recherchiert werden: Was gibt es auf dem Markt und was ist gerade Trend? Wie präsentieren sich die DRK Kliniken Berlin auf ihren anderen Social Media-Kanälen? Es wurde heiß diskutiert: Was gefällt uns, was geht gar nicht? Und als Team zusammengearbeitet: Wie soll unser Konzept aussehen, wer steht vor der Kamera und wer spricht? Muss man im Video überhaupt Personen sehen?

Am Ende kamen zehn super kreative Videos heraus. Teils mit ganz verschiedenen Ansätzen, aber auch mit Gemeinsamkeiten. Der Wunsch, in unseren Social Media-Kanälen noch mehr Mitarbeitende der DRK Kliniken Berlin oder auch einzelne Abteilungen in kurzen Videos kennenzulernen, war bei allen Gruppen vorhanden. Damit lässt sich doch arbeiten 😉 Alle, die Lust bekommen haben das Projekt TikTok nun weiter zu verfolgen, können das im Rahmen der Projektarbeit mit Unterstützung des Recruting Teams tun.

Im Anschluss an die Gruppenarbeiten stellte sich die Arbeitsagentur mit dem Angebot der Berufsberatung vor. Wer noch nicht weiß wie es nach dem FSJ weitergehen soll, findet hier Unterstützung. Am Ende des Tages gab es noch Zeit für Fragen und den regen Austausch über die ersten Eindrücke als FSJler*innen.

Start in die Praxis

Am Freitag wurde es dann für alle nochmal richtig aufregend! Unsere FsJler*innen wurden von den Pflegedienstleitungen an den verschiedenen Standorten begrüßt und starteten mit ihrem ersten Tag in den Einsatzstellen. Wir sind schon sehr gespannt, was wir in den nächsten Wochen für Erfahrungsberichte von den Freiwilligen hören werden!

Aline Creifelds, am 14. September 2023
Ausbildung, FSJ
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